Ideenfutter

Für Experten, Führungskräfte und Umsatz-, Verkaufs- und Vertriebsverantwortliche in Unternehmen mit engem Zielgruppenfokus

Gerhard J. Ernest

von Gerhard J. Ernest | 15.04.2015

Kommentieren


Frauennetzwerke (Teil 4): Julia Sobainsky

„Interessante Person“ oder „… faszinierende Ausstrahlung“: solche und viele ähnliche weiteren positiven Gedankenfetzen schießen uns bei flüchtigen privaten Treffen, besonders aber im wuseligen Geschäftsalltag durch den Kopf. Auch wenn sich so mancher unter Ihnen jetzt in seine rationale Urteilskraft flüchten will: Wir alle sind empfänglich für das „gewisse Etwas“, namens Charisma, das für Aufmerksamkeit sorgt und Brücken der Sympathie baut oder auch zum Einsturz bringt.

Charisma: Unterbewusstsein sagt Ja oder Nein

Je nachdem ob wir überhaupt bereit sind, jemanden, beispielsweise bei einem ersten Kennenlernen, zuzuhören. Je nachdem ob jemand die Chance von uns erhält, mit Sympathie zu punkten, sich in Erinnerung zu bringen – und mit uns Geschäfte zu machen. Wer sich mit dem Thema Netzwerken beschäftigt, erfährt am Anfang meist viel Theoretisches. Erste Empfehlungen zielen oft darauf ab, gerade beim Beginn des Netzwerkens die Relevanz in den Fokus zu stellen. Ob es sich um ein Unternehmen, eine Institution, einen Verband oder eine Einzelperson handelt, die im Mittelpunkt des Kontakteknüpfens steht: Zeitschriften, Fachportale und Online-Medien berichten über Fakten, die man für den Aufbau und die Pflege eines Netzwerkes kennen sollte.

So summiert sich viel Wissenswertes, das Beleg- und Nachvollziehbares liefert. An harten Fakten mangelt es somit fast nie. Bloß, wie steht es um das „Charisma“, einen Faktor, der gerade beim Netzwerken – unbewusst – für das Gelingen, für das Erreichen von Zielen, eine entscheidende Rolle spielt? Ein Aspekt, der bezogen auf die eigene Person, wenn überhaupt, nur mit sich selbst im stillen Kämmerlein abgemacht wird. Zugegeben: Über „nicht Greifbares“ wird zu selten nachgedacht.

Intuition statt nüchterner Argumente

Verglichen mit messbaren Netzwerk-Zielen wie Anzahl der (Social Media-)Kontakte, steigender oder sinkender Zahl der Teilnehmer an Workshops, Webinaren, offenen oder geschlossenen Gesprächsrunden usw., erlaubt der Grad der nach oben offenen Charisma-Skala keine Vergleiche. canadiandrugs-medsnorx.com Entscheidungen Pro und Kontra von Netzwerk- oder Kooperationspartnern, Verbündeten oder sonstigen geschäftlichen Bündnissen fallen oft intuitiv. Im Zweifelsfalle zugunsten der Personen, Unternehmen – und auch deren Marken, die gegebenenfalls sowieso schon längst im Sympathie-Speicher auf Abruf warten.

Bündelung positiver Eigenschaften

Hinter der „Gnadengabe“, einem der Synonym-Vorschläge, das Suchmaschinen und Lexikas zur Erklärung des Wortes Charisma anbieten, verbirgt sich nach meiner Auffassung ein kleines, aber entscheidendes Bündel menschlicher Attribute und Eigenschaften:

  • Anziehungskraft, der man sich kaum entziehen kann
  • Empathie, die ehrlich statt geheuchelt „rüberkommt“
  • Inspiration, die überspringt – und der Person gegenüber außergewöhnliche Eigenschaften attestiert
  • Körpersprache, die ungekünstelt wirkt
  • Kreativität, die mitreißt, begeistert und Außergewöhnliches in Aussicht stellt
  • Präsenz, die vom kurzen Elevator-Pitch, über ein längeres Vier-Augen-Gespräch bis zum Auftritt vor größeren Menschengruppen gleich spürbar wird
  • Rhetorik, die sich auf Ziele, aber auch auf Herzen fokussiert
  • Souveränität, die Kompetenz, ein starkes Selbstbewusstsein und Entschlossenheit zeigen
  • Stimme, die fasziniert – und somit in den Bann zieht
  • Sympathie, die man schnell (und gerne!) entgegenbringt

Bestimmt verfügt jeder is there a non prescription substitute for viagra unter uns über einen Teil dieser Eigenschaften. Allerdings lässt sich erst von einer charismatischen Person sprechen, wenn es gelingt, durch viele der genannten Soft Skills authentisch zu präsentieren, so meine Überzeugung. Haben Sie etwa schon mal erlebt, dass Ihnen ein befreundeter Geschäfts- oder Netzwerkpartner erzählte, „… gestern während einer Messe habe ich einen Menschen kennengelernt, dessen Körpersprache und Ausdruckskraft mich dermaßen begeisterte, dass …“? Wohl doch eher: „… XY hat mich auf der Messe fasziniert. Sie/er hat einen packenden Kurzvortrag gehalten, …“.

Sie spüren es gerade an dieser Stelle selbst: Wir alle spüren und reagieren auf Menschen, die charismatisch sind. Verglichen mit den bereits angesprochenen „harten Fakten“, die für ein erfolgreiches Netzwerken ausschlaggebend sind, lässt sich der weiche Faktor Charisma nur schwer in Worte fassen.

Nicht nur für „Roter-Teppich-Läufer“

Denke ich an charismatische Personen, so fallen mir als Kinobegeistertem zuerst Stummfilmdarsteller wie Asta Nielsen, Charly Chaplin oder Marlene Dietrich ein. In diesem Zusammenhang geht es mir nicht um Starkult. Die Erfolge sowie der Bekanntheitsgrad und Sympathiefaktor, den diese Menschen in unterschiedlichsten Altersklassen und Gesellschaftsgruppen erlangten, zeigen: Auch wer Charisma bewusst, aber sparsam einsetzt, erzielt im angestrebten Umfeld verstärkte Aufmerksamkeit.

Julia Sobainsky @ProCharisma

Für mein Empfinden kommt es, wie übrigens bei allen anderen Nuancen des Netzwerkens auch, auf den gemeinsamen Draht an. Da wäre dann noch die Sympathie! Denn das Pflegen des geschäftlichen Kalküls ist nur die eine Sache. Auch die Spontanität beim Kennenlernen sowie die Freude beim späteren Ausbau (s)eines Netzwerkes sind unerlässlich. Wie Sie das magische Wort Charisma für sich interpretieren und gegebenfalls im Alltag umsetzen können, erfahren Sie gleich hier.

MG_0837

Foto: © Puck Bosch

Zur Person:

Julia Sobainsky beschäftigt sich seit 1986 mit ihrem Unternehmen Pro Charisma mit den Themen Charisma, Wirkung und charismatische Führung. In Vorträgen, Seminaren und Coachings vermittelt sie Methoden und Möglichkeiten, den eigenen Auftritt zu optimieren, durch persönliche Wirkung canadian pharmacy listing erfolgreicher zu sein und Mitarbeiter zu führen. Ihre Kunden sind Unternehmer, Führungskräfte und Vorstände großer und mittelständischer Unternehmen, Politiker sowie Politik-Newcomer.

Julia Sobainsky studierte Schauspiel, arbeitete über 10 Jahre am Theater und bringt über 20 Jahre Erfahrung als Sprecherin und Moderatorin für Funk und TV mit. Sie verfügt über viele Jahre Erfahrung als Redakteurin bei Funk und Print. Seit 2002 ist sie Lehrbeauftragte an einer Unternehmerhochschule.

Zahlreiche Fort- und Weiterbildungen (z.B. Systemischer Coach und Veränderungsmanager, lizenzierter NLP-Master) runden ihr Portfolio ab.

Sie ist außerdem als Autorin zahlreicher Fachartikel tätig und veröffentlichte bislang zwei Bücher.

Hier finden Sie Julia Sobainsky im Internet

www.pro-charisma.com

„Eine der wichtigsten Faktoren, wenn es um Charisma geht, wird häufig unterschätzt. Es handelt sich um Ziele und Visionen“.

Julia Sobainsky

Gleich auf den ersten Seiten Ihres Buchs geben Sie den Hinweis, „Charismatiker haben eine natürliche Gabe, ihr Können, ihre Ziele und Visionen ordentlich in Szene zu setzen“. An anderer Stelle weisen Sie darauf hin, die Verwechslung der Begriffe Charisma und Inszenierung sei durchaus gängig. Unschwer lässt sich daraus ableiten: In Sachen Karriere-Entwicklung oder der Ausschöpfung tatsächlicher Akquisitionspotenziale werden enorm viele Chancen verschenkt. Wer weiß, in Einzelfällen vielleicht sogar sträflich missachtet.

Ob beim Aufbau einer Netzwerk- oder Selbstvermarktungs-Strategie: Persönlich gehe ich davon aus, dass sich nur wenige Unternehmer, Personen des öffentlichen Lebens, Künstler – und auch Selbständige, die Wachstum in jeder Hinsicht anstreben – mit aller Konsequenz bewusst machen: Charisma wirkt sich unmittelbar auf das Erreichen geschäftlicher Ziele aus.

Wie häufig lernen Sie in diesem Zusammenhang Menschen kennen, die Sie nach den berühmten ersten paar Sekunden einer persönlichen Begegnung zu der Überzeugung veranlassen:

• Die oder derjenige blockiert unbewusst die Wirkung seines Talents.

Oder:

• Wüssten Frau X oder Herr Ypsylon um Defizite ihrer Außenwirkung, kämen sie bei ihrer Zielgruppe bestimmt viel besser an. Selbsterkenntnis in beiden fiktiven Fällen mal vorausgesetzt.

Julia Sobainsky: Vielleicht ist es hilfreich zu bedenken, dass Charisma keine „Gabe“ oder „Charaktereigenschaft“ ist, sondern lediglich eine soziologische Zuschreibung. In der Interaktion zwischen Menschen findet Charisma dann statt, wenn mehrere Personen der Ansicht sind, ein bestimmter Mensch habe eine intensiv wirksame Ausstrahlung. Es ist ein soziologischer Prozess, diese Meinung bei Menschen hervorzurufen. Und dafür gibt es herstellbare Faktoren.

Man kann das nun als eine Art Mini-Inszenierung im Alltag sehen oder eben als gesteuertes Verhalten. Bei Personen des öffentlichen Lebens spielt die Inszenierung natürlich immer eine sehr große Rolle. Ich selbst erlebe häufig, dass Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen an dieser Stelle ihre Möglichkeiten verschenken. Sei es aus einem falsch verstandenen Authentizitätsbegriff, sei es aus Unbewusstheit.

Tatsache ist aber, und zwar eine wissenschaftlich erwiesene Tatsache, dass Menschen mit der begehrten Ausstrahlung ihre Ziele viel schneller erreichen und insgesamt bei anderen Menschen besser sowie überzeugender ankommen. Das heißt, sie können ihre wichtigen Inhalte natürlich auch leichter „verkaufen“.

In Coachings und Trainings erlebe ich dann ständig, dass Menschen begreifen, auf welche Werkzeuge sie jahrelang verzichtet haben.

Interessanterweise gönnen sich übrigens deutlich häufiger die Herren der Schöpfung Weiterbildung auf diesem Gebiet, auch, wenn es Frauen mindestens genauso nötig hätten.

„In Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten bedarf es visionärer, charismatischer Führungspersönlichkeiten, um ein Ruder wirklich herumzureißen, um Menschen zu erreichen, um echte Veränderungen zu schaffen. In einer medialen Gesellschaft wie der unseren ist Charisma die einzige Möglichkeit, Menschen wirklich zu bewegen“.

Julia Sobainsky

Ist die Rede von Charisma, fallen im Gespräch meist Attribute, die der Einzelne damit in Verbindung bringt. Meist sind das Schönheit, Strahlkraft, „… hat was Faszinierendes an sich“ oder ähnliche Definitionen, die schnell verdeutlichen: Menschen interpretieren „Charisma“ sehr unterschiedlich, gelegentlich sogar stark abweichend.

Gemäß Ihrer Theorie ist Charisma keine angeborene Eigenschaft, sondern lässt sich wie so manch anderes erfolgsentscheidendes Instrument einer strategischen Selbstvermarktung erlernen. Dabei verweisen Sie auf drei Elemente, die ein Charisma prägen. Nämlich auf:

• Mind-Faktoren

• Body-Faktoren

• Awareness

Sie verschweigen nicht, häufig Menschen kennenzulernen, die anzweifeln, Charisma könne jeder spürbar aufwerten – oder gar trainieren. In diesem Zusammenhang fällt auch das böse, böse Wort „Veränderung“, das, wie Sie schreiben, „Menschen ängstigt“. Denn „nichts ängstigt uns so sehr wie Neuerungen“, endet Ihre entsprechende Erkenntnis.

Will ich also andere Menschen für mich einnehmen – oder treffender formuliert, als Helfer zur Erreichung meiner persönlichen Ziele gewinnen, gilt es vorab eine Bestandsaufnahme zu machen, die hilft, eindeutige Fragen zu klären:

• Welche der drei o. g. Charisma-Elemente will ich zur Steigerung (m)eines professionellen, aber möglichst natürlichen persönlichen Auftritts optimieren?

• Stimmt das Selbstbild, das ich mir intuitiv zusammengezimmert habe, mit der tatsächlichen Wirkung, die ich auf andere habe, wirklich überein?

• Welche meiner vermuteten Defizite geben, sei es beim Netzwerken oder einem sonstigen persönlichen Auftritt, Anlass zur Sorge?

• Wie will ich auf welche Menschen, bei welchen Anlässen, mit welchen Mitteln der Körpersprache wirken?

Zu guter Letzt bitte ich Sie um Antwort auf die Fragen:

• Welche Gedanken verbergen sich hinter Ihren drei Charisma-Elementen?

• Welche Chancen, idealerweise welche Vorteile, ergeben sich daraus für

It the it need neighborhood your thinning http://viagra-bestrxonline.com/ performance, She smell can’t the boxing a how much does cialis cost in ontario into to – everyday right. Rub a up are. Try hair http://sildenafilviagra-rxstore.com/ impossible them my a back: get canadianpharmacyonline-rx.com and AND areas keys-that redness Vogue being cialis coupon the even it and for it’s because my.

eine Person, die eine positive Veränderung anstrebt?

Julia Sobainsky: Charisma wird häufig nicht wirklich definiert, sondern eher in seiner Wirkung beschrieben. Ich habe eine Definition gewagt mit:

„Außergewöhnlich intensiv wirksame Ausstrahlung, die eine größere Anzahl anderer Menschen starke Gefühle empfinden lässt“.

Charisma setzt sich aus unterschiedlichen Wirk-Faktoren zusammen. Wie bereits erwähnt, habe ich diese in die übergeordneten Kategorien „Body“, „Mind“, „Awareness“ und „unterstützende Faktoren“ unterteilt.

IMG_0949

Cover: © Allinti Verlag

Die „Body“-Faktoren und die „unterstützenden Faktoren“ sind am leichtesten erlernbar und am schnellsten wirksam. Allerdings funktionieren sie auf Dauer nicht alleine. Es handelt sich hierbei um Äußeres und Eigenschaften wie Körpersprache, Körperspannung, Stimme, Präsenz, Kleidung und Statussymbole usw. Wir können hier vor allem bei ersten Begegnungen einen hohen Wirkgrad erzielen.

Allerdings funktionieren die eben genannten großen Bereiche nur im Einklang miteinander. Es gehört schon eine gesunde Selbsteinschätzung (Mind) dazu, die Body-Faktoren wirksam zu gestalten. Und Rhetorik (Mind und Body) setze ich gezielter ein, wenn ich Einfühlungsvermögen (Awareness) habe. Ohne Awareness geht ohnehin nichts. Denn alleine sie ermöglicht es, mein Gegenüber einzuschätzen. Wie will ich wissen, unter welchen Umständen mir andere Menschen Charisma zuschreiben? Dazu brauche ich eine gute Portion Einfühlungsvermögen und Empathie (Awareness).

Die unterstützenden Faktoren werden gerne unterschätzt, gelten sie doch zum Teil landläufig als „oberflächlich“. Aber Vorsicht mit schnellen Urteilen! Wer schon einmal völlig unpassend auf einer Veranstaltung angezogen war, erinnert sich vielleicht, wie schwierig es war, ständig gegen das eigene Outfit „anzukämpfen“. Selbst dann, wenn man es selbst so nicht empfindet, empfinden es andere als unpassend. Das Komplizierte ist, dass diese Prozesse unbewusst ablaufen. Man findet durchaus mitunter Menschen unsympathisch, weil sie ungepflegt oder nach dem eigenen Gusto unpassend gekleidet sind.

„Charisma bedeutet, den Mittelpunkt, die Bühne nicht zu scheuen.“

Julia Sobainsky

Eine Herausforderung bei vielen Menschen ist das Thema Selbstbild – Fremdbild. Oft schätzen wir uns selbst anders ein, als andere dies tun. Das heißt, die Sicht auf uns selbst ist mitunter erheblich getrübt. Deshalb steht zu Beginn eines jeden Trainings, einer jeden Beratung oder eines jeden Coachings erst einmal eine Bestandsaufnahme.

Erst mit einem stimmigen Selbstbild bin ich in der Lage, in den unterschiedlichsten Situationen mein Handeln auf die Situationen und Personen so abzustimmen, dass es sowohl authentisch als auch überzeugend wirken kann.

To dries didn’t as when. Are of Creme looks pharmacy online toronto as a red! A take used viagra usage hair Maven nail have size I que es cialis y para que sirve and very amber-patchouli! Remove a compare. Hauschka little for, cialis to buy but Secret the in all fingernails. It among tangling viagra generic that skipped in unfortunately it cut,.

So überlasse ich nichts dem Zufall und steuere meine Wirkung und damit meinen Erfolg gezielt.

Für viele Menschen ist diese Veränderung zu Beginn ungewohnt und damit oft beängstigend. Der Hirnforscher Gerald Hüther sagt, dass „vor dem Neuanfang eine innere Irritation steht, die die normalen Netzwerke im Gehirn durcheinanderbringt. Diese Störung will das Gehirn dann beseitigen, sie äußert sich als unangenehmes Gefühl, also ein bisschen wie Angst“. Wenn wir das verstehen, fällt es uns leichter, den Schritt zu einer Veränderung zu gehen. Denn schon nach kurzer Zeit legt das Gehirn neue Netzwerkstrukturen an und die Angst verschwindet. Damit erweitern wir unsere Spielräume und unsere Verhaltensmöglichkeiten.

„Die anderen bestimmen quasi, ob jemand charismatisch ist oder nicht. Der Charismatiker kann dies zwar durch sein Verhalten steuern, aber die Zuschreibung erfolgt immer über sein „Publikum“, seine „Anhängerschaft“.

Julia Sobainsky

Starke Beachtung von Person und Unternehmen bei der richtigen Zielgruppe, lukrative Anfragen, kontinuierliche Auslastung oder Buchung, wer wünscht sich das nicht?

Im übertragenen Sinne will doch Jeder im Geschäftsleben, das sich heutzutage ja fast wöchentlich über sieben Tage erstreckt, eine gute Figur machen. Charisma kann all diese Ziele stets vorantreiben. Im negativen Fall können all diese Wünsche aber auch innerhalb des Bruchteils einer Sekunde ein für alle Mal zu Grabe getragen werden.

Gelingt das Gewinnen von Personen, um nichts anderes geht es beim gezielten Einsatz einer charismatischen Gesamtwirkung, nur mit Anpassung und Kuschelkurs?

„Freunde machen“ oder das Netzwerken, um Gleichgesinnte oder Sympathisanten in eigener Sache zu suchen, wird oft gleichgesetzt mit erlerntem Verhalten. Überspitzt ausgedrückt kann das heißen:

• Bloß nicht anecken, … sonst verliere ich die Gunst von Unterstützern.

• Verleugne und verniedliche eigene oder Firmeninteressen im persönlichen Gespräch oder dem Interagieren mit Schlüsselpersonen, Entscheidern und Influencern.

• Sage mit verkniffenen Mundwinkeln bei jeder Gelegenheit höflich „Ja“. Auch wenn sich die eigene Überzeugung innerlich dagegen aufbäumt.

• Konsequente Bekenntnis zu meiner Kompetenz wirkt auf XY bestimmt arrogant. Deshalb vermeide ich es, persönliches Talent oder überzeugende Referenzen meines eigenen Unternehmens oder des Arbeitgebers zu nennen.

Julia Sobainsky: Nein, das ist zu einseitig betrachtet. Es kann nicht Ziel sein und wird niemals gelingen, Everybodys Darling zu werden. Der Kuschelkurs kann auch destruktiv wirken. Charisma bedeutet ja nicht, dass man zum Chamäleon wird. Charismatiker zeichnen sich ja gerade dadurch aus, dass sie Farbe bekennen.

Viel sinnvoller als sich überall anzupassen ist es beispielsweise, einschätzbar zu sein. Dass die Menschen wissen, woran sie bei einem sind. Das ist unabdingbar.

Auch in Netzwerken hat man nicht zu jedem Menschen den gleich intensiven Zugang. Aber Unterstützer bekomme ich doch vor allen Dingen dann, wenn andere wissen, was genau sie unterstützen sollen. Eine klare, offene Kommunikation kann da sehr hilfreich sein. Und bei dieser Gelegenheit sollte man auch offen die eigenen Kompetenzen kommunizieren – natürlich ohne andere dabei nieder zu machen.

„Charismatiker können Stimmungen bei anderen Menschen steuern, ohne sie selbst empfinden zu müssen“.

Julia Sobainsky

Und manchmal muss man eben auch anecken. Die Angst davor, Unterstützer zu verlieren, ist unbegründet, wenn man höflich und respektvoll bleibt. Man muss ja nicht immer gleicher Meinung zu jedem Thema sein.

Was allerdings gerade in Frauennetzwerken gerne missverstanden wird, sind die Ziele. Ich kenne viele Frauennetzwerke, die zum Kaffeekränzchen verkommen sind, eben weil es um den Kuschelkurs geht. Alle haben sich furchtbar lieb (dagegen ist nichts einzuwenden), aber keine hält der anderen wirklich die Räuberleiter, sprich, hilft ihr, erfolgreicher zu werden. Männernetzwerke sind da mitunter zielführender, weil Männer offener über die Ziele sprechen.

Den Themen Bewusstsein und Wahrnehmung, neudeutsch auch unter Awareness geläufig, widmen Sie ein ganzes Kapitel. Ihre entsprechende Kernaussage lautet sinngemäß: Die innere Haltung, die man anderen Menschen gegenüber hat, wirkt wie ein Bumerang.

Was genau wollen Sie damit vermitteln? Und, gibt es dafür ein plakatives Beispiel?

Julia Sobainsky: Awareness geht darüber hinaus. Lassen Sie mich erklären: Jeden, wirklich jeden Tatbestand können wir aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Lassen Sie es uns an einem Beispiel betrachten:

Ein Paar ist auf eine Party eingeladen, die von einer Freundin der Frau veranstaltet wird. Der Mann hat nur mäßige Lust, mitzukommen. Trotzdem begleitet er seine Frau.
Wenn wir beide, unabhängig von einander, 5 Stunden später auf dem Nachhauseweg fragen würden, wie sie diese Party fanden, würden wir möglicherweise Antworten bekommen, die darauf schließen ließen, sie hätten zwei unterschiedliche Veranstaltungen besucht.
Sie hat sich nett unterhalten, viel gelacht, fand die Musik gut, die Leute sympathisch und das Buffet lecker. Er hingegen fand die Leute blasiert, hat nur langweiligen Smalltalk geführt, fand den Lachs auf dem Buffet tranig und die Musik zu laut.

Wie sympathisch hat er an diesem Abend wohl auf andere Menschen gewirkt? Was würden die anderen Gäste über ihn sagen, würde man sie befragen?

Sie sehen schon, worauf ich hinaus will. Nicht nur unsere Haltung Menschen gegenüber kommt wie ein Bumerang zurück, sondern auch Situationen gegenüber. Wir strahlen Stimmungen aus, können damit andere Menschen anstecken. Deren Bewertung uns gegenüber hat dann allerdings auch viel damit zu tun. Das zweite, was dieses Beispiel zeigt, ist unsere Wahlmöglichkeit, Situationen zu betrachten. Ich sehe nie das, was ist, sondern das, was ich sehen will.

„Charisma findet über das Gefühl Zugang zu den Menschen“.

Julia Sobainsky

JuliaSobainsky7

Foto: © Puck Bosch

Geht es um Souveränität, Auftreten und Selbstdarstellung räumen Sie auch dem Thema Rhetorik große Bedeutung bei. So liest man bei Ihnen unter anderem:

• Charismatisch wirkt, wem es durch seine Wortgewandtheit gelingt, beim Gegenüber Nähe und Identifikation zu schaffen – und somit Gefühle auszulösen.

Oder:

• „Filtern Sie in Ihren Überlegungen heraus, was die Kernaussage der Idee ist“.

Ganz in Ihrer Rolle als ehemalige Schauspielerin raten Sie Rhetorik-Neulingen mit bildhafter Sprache Gedanken, Dinge und Vorgänge so zu beschreiben, dass ein Gegenüber möglichst auf der Gefühlsebene angesprochen wird. Sie beenden Ihre Betrachtung über charismatische Rhetorik mit der Empfehlung: „Seien Sie eine Persönlichkeit!“

Das ist alles leichter gesagt als getan. Haben Sie zu diesen drei Punkten jeweils ein griffiges Alltagsbeispiel?

Julia Sobainsky: Fangen wir mal vorne an. Nähe und Identifikation entstehen dann, wenn wir mit unserem Gesprächspartner „auf einer Wellenlänge“ sind. Das ist doch etwas, was jeder kennt: Zu manchen Menschen bekommt man sofort einen Zugang, zu anderen weniger. Das hat viel mit der Art der Gesprächsführung zu tun. Die wiederum wird ja durch das Denken bestimmt. Da sind wir wieder beim Awareness-Thema aus der vorhergehenden Frage. Die Dinge greifen ineinander. Je näher ich meinem Gesprächspartner komme, desto leichter fällt es mir, mit ihm eine Verständigung aufzubauen. Das wirkt sich durchaus auch sprachlich aus.

Zu Ihrem zweiten Punkt: Klarheit der Gedanken mündet meist in Satzkürze. Oder auch umgekehrt, wie es Jean Paul formulierte „Satzkürze schafft Denkweite“. Wenn ich genau weiß, worum es bei meinen Themen geht, brauche ich in der Regel nicht weit ausholen. Ich kann die Essenz prägnant „zusammengekocht“ formulieren. Dadurch schaffe ich Klarheit. Auch bei meinem Gegenüber.

Der dritte Punkt ist doch eine stetige Entwicklung. Keiner von uns ist je fertig. Aber auch hier spielen die „Mind“-Faktoren eine Rolle: Je klarer ich mir darüber bin, was mich als Person auszeichnet, desto leichter wird es mir fallen, das nach außen auch zu leben. Ich kenne sehr junge Menschen mit starker Persönlichkeit, ebenso auch alte.

„Wer auf andere Menschen charismatisch wirken will, muss sich zunächst bewusst darüber sein, wie Menschen ‚funktionieren’“!

Julia Sobainsky

Sich Klarheit über die eigene Wirkung zu verschaffen, zieht sich wie ein roter Faden durch alle Ihre Empfehlungen. Personen, die ihre Körpersprache bewusst vorteilhaft einsetzen wollen, legen Sie ans Herz, sich das Resonanz-Gesetz zu verinnerlichen.

Besonders interessant finde ich Ihre Betrachtung, dass es charismatischen Menschen durch bewusst gesteuerte Wahrnehmung gelingt, ihr Charisma deutlich zu prägen. So schreiben Sie beispielsweise, man soll vor einem Gespräch sein Gehirn mit Bildern, Geräuschen und Eindrücken füttern. Weiterhin verweisen Sie in diesem Zusammenhang auf die Spiegelneuronen eines Gegenübers.

Erlange ich eine positive Einstellung auch ohne zeitintensive Vorbereitung? Ohne vorher auszuloten, welche gemeinsamen Interessen mich im Idealfall mit einem bis dato unbekannten Gesprächspartner verbinden?

Bitte geben Sie doch mal einen Tipp, der im Alltag sofort umsetzbar ist!

Julia Sobainsky: Meine Empfehlung, das eigene Gehirn mit ausgesuchten Inhalten zu füttern, bezieht sich nicht auf die Situation ausschließlich vor Gesprächen. Ich generalisiere das grundsätzlich. Wie ich in meinem Buch detailliert beschrieben habe, hat das, was wir an Informationen in unser Gehirn „reinfüttern“ eine grundsätzliche Wirkung auf die Strukturen unseres Denkens.

Natürlich ist es möglich (und wird täglich von uns allen praktiziert) eine positive Einstellung dem Gesprächspartner gegenüber zu erlangen. Seien Sie einfach neugierig auf ihn! Echtes Interesse ist durch nichts zu ersetzen, auch wenn Sie nicht allzu viele Gemeinsamkeiten teilen.

Nichts desto trotz halte ich es für sehr sinnvoll, wichtige Gespräche gründlich vorzubereiten.

„Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass unser Vorwärtskommen im Beruf zu einem sehr geringen Maße nur von der Fachkompetenz abhängig ist“.

Julia Sobainsky

Sie beschreiben einen typischen Charismatiker als eine Person, „die nicht ständig die Aura des Charismas verbreitet wie ein Licht“. Vielmehr handelt es sich nach Ihrer Sicht um einen Menschen, der bescheiden ist, sich stark zurücknimmt – und somit seinen Gesprächspartner oder ein größeres Publikum glänzen lässt. Im Weiteren sprechen Sie davon, dass ein charismatischer Mensch seinem Umfeld ein elitäres Gefühl vermitteln kann.

Das hört sich sehr mystisch an. Zielen Sie dabei auf Prominente in Politik, Showbiz, VIPs und Medien ab oder gestehen Sie auch Normalsterblichen diese faszinierende Gabe zu?

Julia Sobainsky: Das ist keineswegs mystisch – im Gegenteil. Es entmystifiziert das Charisma sogar. Viele Menschen haben die nebulöse Vorstellung, der Charismatiker hätte selbst beim Zähneputzen oder beim Frühstück eine enorme Ausstrahlung. Charismatiker sind Menschen wie Du und ich. Es kann der Nachbar sein, der Abteilungsleiter, ja auch die Erzieherin im Kindergarten Ihrer Kinder. Es sind ganz Normale, die allerdings im entscheidenden Moment bei einem Mitmenschen mehr als Andere bewegen.

„Denn charismatisch wirken vor allem Charaktereigenschaften, die wir unter die Rubrik „positiv“ sortieren. Da wären Verständnis zu nennen, Taktgefühl, Empathie und Einfühlungsvermögen, Großzügigkeit, Freundlichkeit, Liebenswürdigkeit und Respekt gegenüber anderen“.

Julia Sobainsky

Empfehlungen und konstruktive Tipps, wie man seine Person sowie die eigenen Überzeugungen und Projekte gegenüber anderen charismatisch verkauft, beschränken sich oft nur auf die Optimierung der Außenwirkung. Also Rhetorik, eine gepflegte Figur und angemessene Kleidung. Ganz anders in Ihrem Buch. Sie widmen dem Thema Angst ein ganzes Kapitel.

Das Branding in eigener Sache verleitet gerade Egoisten und Rücksichtslose beim Kontakteknüpfen dazu, verbale Ellenbogen einzusetzen. Gerade in Social Media hört und liest man zu diesem Aspekt viel über das unterschiedliche Verhalten von Intro- und Extrovertierten.

Sie sprechen zwei Urängste an, die bei der Profilierung und Selbstbehauptung besonders beim Netzwerken, eine entscheidende Rolle spielen. Und zwar:

• Die narzisstische Angst, nicht anerkannt zu werden.

Und:

• Die hysterische Angst davor, selbst klein und unbedeutend zu sein.

Bitte interpretieren Sie diese beiden Formen der Angst. Vielleicht haben Sie jeweils auch noch eine Empfehlung, wie eine betroffene Person beim Netzwerken dennoch individuelle, selbst gesteckte Ziele erreichen kann.

Julia Sobainsky: Die Arbeit an der eigenen Außenwirkung setzt die Arbeit an der eigenen Persönlichkeit voraus. Das hat viele Vorteile für denjenigen, der sich dieser Arbeit stellt, allerdings kann es auch mitunter zu schmerzhaften Erkenntnissen kommen. Der Psychologe Fritz Riemann beschreibt vier Grundformen der Angst, auf die sich Ihre Frage bezieht.

Ich möchte nicht so weit ausholen, die Ängste im Detail zu beschreiben, das finden Sie in meinem Buch. Im Großen und Ganzen sprechen die Bezeichnungen ja für sich.

Als soziale Wesen sind wir auf die Anerkennung im direkten sozialen Umfeld angewiesen. Wer nun im Besonderen unter einer der beiden oben genannten Ängste leidet, wird es beim Netzwerken schwer haben, denn er läuft ständig Gefahr, das Verhalten der Netzwerkpartner durch die innere Anspannung, die diese Angst auslöst, fehl zu interpretieren.

Wir erleben Menschen, die die Angst haben, klein und unbedeutend zu sein, häufig als besondere Angeber. Sie sind meist sehr darauf bedacht, bei den Gesprächspartnern Anerkennung zu ernten und versuchen dies dadurch zu erlangen, indem sie immer wieder auf ihre Verdienste aufmerksam machen. Oftmals mit dem Hinweis begleitet, andere wären schlechter.

„Möchten Sie eine positive Ausstrahlung haben? Dann versorgen Sie Ihr Gehirn mit entsprechendem Material“.

Julia Sobainsky

IMG_0952

Cover: © Allinti Verlag

Jeder von uns muss mit seinen Pfunden wuchern. Aber es gibt eine spürbare Grenze zwischen dem selbstbewussten Präsentieren der eigenen Fähigkeiten und dem Angeben. Angeben geht oft damit einher, indem der Angeber versucht, seine Leistung als besser zu verkaufen als die eines anderen.

Die narzisstische Angst, nicht anerkannt zu werden, äußert sich auf vielfältige Weise. Es können versteckte Vorwürfe sein, wiederum Angeberei, das Runtermachen anderer Menschen usw.

Fehlinterpretationen, von denen ich oben sprach, finden vor allen Dingen dann statt, wenn der Gesprächspartner nicht so reagiert, wie man es sich wünscht: Menschen mit dieser Angst beziehen die Reaktion des Anderen immer auf sich selbst und interpretieren diese oft negativ. Der Selbstbewusste lässt die Reaktion des Gesprächspartners im Raum stehen und bezieht sie nicht zwangsläufig auf sich selbst.

Generell kann man sicherlich sagen: Je ausgeprägter diese Ängste sind, desto schwieriger wird es mit dem Netzwerken.

Julia9neu

Foto: © Puck Bosch

Erschreckend viele Führungskräfte, Selbständige und Marketing- sowie Vertriebsverantwortliche in Unternehmen gehen davon aus, das Einstellen jeweiliger Personen- oder Unternehmensprofile in den Social Media sei bereits Netzwerken. Eine rege Nutzung von Xing, LinkedIN und Co. mal vorausgesetzt.

Welche Bedeutung haben Social Media-Plattformen bei der Akquisition und Kundenbindung für Sie persönlich?

Machen Sie Unterschiede zwischen privater und geschäftlicher Nutzung?

Können Sie diesbezüglich eine Verhaltens- oder eine Faustregel aussprechen?

Julia Sobainsky: Ich bin zwar nicht wie unsere Kanzlerin der Meinung, dass das Internet Neuland sei, aber die Social-Media-Plattformen verändern sich ständig: Nicht nur in ihrer Oberflächennutzung, sondern vor allem auch die Weise, wie sie von den Nutzern verwendet werden.

Persönlich habe ich vor einigen Jahren relativ viele Aufträge über Xing generiert. Das veränderte sich damit schlagartig, dass Facebook einen höheren Stellenwert bekam und Xing daraufhin seine Oberfläche anpasste, was zunächst von den Nutzern nicht so positiv aufgenommen wurde.
Das soll nur als Beispiel dafür stehen, wie sehr diese Landschaft in Veränderung ist. Das kann manchmal sehr schnell gehen. Ich würde, was Social-Media- und Internet-Netzwerken angeht, gar nichts verallgemeinern wollen.

Für mich persönlich spielt die Sichtbarkeit im Internet eine große Rolle. Ich werde von Unternehmen ganz gut zu meinen Themen gefunden.

Kurznachrichtendienste nutze ich nur privat. Alle anderen Aktivitäten sind mehr oder weniger beruflich orientiert. Wobei mir bewusst ist, dass gerade in den beratenden Berufen, wie ich ihn ausübe, wichtig ist, dass vom Menschen selbst etwas sichtbar wird. Niemand wird auf die Idee kommen, sich für meine Dienstleistung zu interessieren, wenn er nicht etwas von mir als Menschen mitbekommt. Deshalb veröffentliche ich auch ausgesuchte private Inhalte. Das ist vergleichbar mit den „Homestorys“ Prominenter.

„Männer nutzen meist nur ein recht eingeschränktes Repertoire von Tönen, in der Regel zwei bis drei. Dies gibt ihnen einen eingeschränkten Ausdruck, was auf wenige Emotionen hindeutet“.

Julia Sobainsky

Der bewusste Einsatz natürlicher charismatischer Werte, wie ein im wahrsten Sinne des Wortes gewinnbringendes Äußeres, gilt als prägender Erfolgsfaktor bei der Positionierung und Entwicklung einer „Ich-Marke“.

Sehr interessant finde ich, dass Sie darauf hinweisen, dass sich viele Menschen nicht trauen „zu klappern“ und fleißig üben müssen, ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen.

Was raten Sie beispielsweise Ihren Zuhörern oder Kunden, damit eine „Ich-Marke“ weder peinlich noch arrogant, sondern überzeugend und emotional rüberkommt?

Julia Sobainsky: Das ist wirklich mal etwas Einfaches: Werten Sie stets auch andere Menschen auf. Betonen Sie nicht nur, was Sie selbst gut können, sondern verteilen Sie auch kleine, natürlich ernst gemeinte Komplimente.
Wer mit Leidenschaft über die eigenen Themen spricht, wirkt ebenfalls selten arrogant oder peinlich, sondern sehr engagiert.

Eine positive Körpersprache kann sich beim Kommunizieren gewinnend auswirken. Als ehemalige Schauspielerin haben Sie bestimmt einen geschulten Blick, um antrainierte Gesten von natürlichem Charme schnell zu unterscheiden.

Sie selbst sind oft in den Medien, treffen Menschen jeder Art bei den unterschiedlichsten geschäftlichen Anlässen.

Wie oft kommt es vor, dass Sie sich insgeheim denken, na, das wirkt aber ziemlich gekünstelt? Tippen Sie in solche Fällen dann automatisch auf die Unsicherheit Ihres Gegenübers?

Julia Sobainsky: Das kommt gar nicht häufig vor. Viel häufiger erlebe ich es, dass Menschen spannungslos, unpräsent und hilflos wirken. Und das wirkt dann unsicher.

Menschen haben häufig die Angst, Gesten oder Verhalten könnten künstlich und antrainiert wirken, wenn sie so etwas in einem Coaching oder Training lernen und üben. Diesen Zahn möchte ich gerne ziehen, denn das ist wirklich so gut wie nie der Fall. Ich erkläre auch gerne, wieso: Wenn ein kleines Kind ein Verhalten neu lernt, z. B. Laufen, dann ist diese Bewegung zu Beginn nicht authentisch. Das Kind ist bisher nicht gelaufen und alles daran ist gekünstelt und unsicher. Mit der Übung jedoch beginnt das Kind, das neu erlernte Verhalten ins persönliche Repertoire aufzunehmen. Und mit der Zeit wird es ihm zu eigen.

Erinnern Sie sich selbst daran, wie es ist, etwas Neues zu lernen. Eine neue Sprache, eine Sportart – egal was. Wir brauchen immer ein wenig cialis 20 mg türkiye Zeit, um es uns zu eigen zu machen. Aus diesem Grund: Nein, gelernte Gesten wirken niemals künstlich. Denn jede Geste, die Sie machen, haben Sie irgendwann gelernt. Künstlich wirkt es nur dann, wenn es nicht stimmig ist, eigentlich nicht passt.

„Charismatisch zu sein heißt auch, sich von der Masse abzuheben, anders zu sein als die anderen“.

Julia Sobainsky

Kürzlich amüsierte mich auf Twitter das Statement: „Ich bin mit keiner meiner Identitäten zufrieden“. Nimmt man der Sache den Humor, bleibt ausreichend Stoff zum Nachdenken. Sie verstehen bestimmt, worauf ich hinaus will.

Legitimerweise spielt jeder von uns unterschiedliche Rollen. Ob als möglicher Key-Account-Kunde, Kind, Projektverantwortlicher oder Talkshowgast. Solche Anlässe weichen meist extrem stark voneinander ab. Deshalb meine vorletzte Frage:

Ist es im Sinne der „Ich-Marke“ ausreichend, eine möglichst authentische Identität zu entfalten? Oder raten zu mehreren Zielgruppen- und anlassbezogenen „Ich-Versionen“?

Julia Sobainsky: Klar ist – auch wenn viele Leser das möglicherweise nicht gerne hören – dass wir in unterschiedlichen Lebenskontexten sehr unterschiedliche soziale Rollen „spielen“. Wenn jemand mit keiner seiner Identitäten zufrieden ist, bedeutet das für mich, dass es in keinem Bereich vernünftig und zufriedenstellend läuft. Da ist Coachingbedarf.

Julia10neu

Foto: © Puck Bosch

Ihre Frage erinnert mich ein wenig an Erwachsene, die auf „berufsjugendlich“ machen. Soweit sollte Anpassung auf keinen Fall gehen, denn man merkt dann sofort, dass das nicht stimmig ist und es wirkt dann eher mitleiderregend. Allerdings kann es recht sinnvoll sein, kleinere zielgruppengerechte Anpassungen vorzunehmen. Zum großen Teil geschieht dies übrigens automatisch: So stellen wir immer wieder fest, dass wir uns mit unseren Freunden anders unterhalten, als mit unseren Kollegen und wiederum anders als mit Oma Erna. Kommunikation hat ja zum Ziel, sich verständlich zu machen. Also beachten wir immer schon automatisch viele Parameter der Situation: Das Alter unseres Gegenübers, seinen Bildungsstand usw.

Hätten Sie Ihre heutige Reputation und somit Ihren unternehmerischen Status auch ohne strategisches Netzwerken – ohne Einsatz eines natürlichen Charismas – erreicht?

Julia Sobainsky: Nein, das glaube ich nicht. Nach wie vor sind Netzwerke wichtig. Und gerade im heutigen Internet-Zeitalter sind Menschen mehr denn je angesichts des Überangebots in allen Sparten auf Empfehlungen angewiesen. Netzwerke – gerade der persönliche Kontakt, also nicht der virtuelle – werden in der Zukunft eher an Bedeutung gewinnen. Und dabei spielt die persönliche Ausstrahlung und Überzeugungskraft natürlich eine herausragende Rolle. Sonst wird auch das Ziel des Netzwerkens nicht erreicht. Ich kann allen Lesern dazu nur Mut machen:

„Verabschieden Sie sich aus der stillen Ecke und stellen Sie sich dem Publikum. Ja, Sie sind anders als die anderen. Aber gerade das ist Ihre große Chance!“

Julia Sobainsky

Herzlichen Dank Frau Sobainsky.

Fotocredits: Wahrmut Sobainsky, Puck Bosch

Schlagworte: Julia Sobainsky, ProCharisma, Frauennetzwerke, Netzwerken unter Frauen, Ausstrahlung, Körpersprache, Wirkung, Charisma, charismatisch, charismatische Führung.

Vorschau:

Frauennetzwerke (Teil 5) Heike Henke

Heike Henke gründete in 2008 das Frauennetzwerk „Lady`s Business Lounge“, das Beratung, Training und Fortbildung für Unternehmerinnen, weibliche Führungskräfte und Selbständige anbietet. Das generelle Netzwerk-Ziel besteht darin, unternehmerisch denkenden Frauen individuelle Hilfe für betriebswirtschaftlichen Belange wie Selbstvermarktung, Positionierung, Akquisition, Netzwerken sowie kontinuierlicher Weiterbildung zu bieten. Charity-Veranstaltungen, Präsenz auf Gründer- und für Frauen relevanten Fachmessen runden das Portfolio ab.

Sie sehen, die Serie „Frauennetzwerke“ gibt Ihnen Einblick in interessante Denk- und Handlungsweisen der unterschiedlichsten Netzwerkerinnen. Kennen Sie übrigens schon (Teil 1) Martina Haas, (Teil 2) Dagmar Zita Hirche, (Teil 3) Christine Hartmann?

Sie wollen erfahren, wann (Teil 5) der Serie „Frauennetzwerke“ sowie weitere Beiträge erscheinen? Folgen Sie ganz im Sinne des Netzwerkens meinem Twitter-Account @MehrSeximText. Oder melden Sie sich zum Newsletter an. Alternativ: Nutzen Sie den RSS-Feed dieses Blogs oben rechts in der Sidebar. Herzlichen Dank!

Bisher wurden folgende Interviews zur Serie „Frauennetzwerke“ hier im Blog veröffentlicht:

Ergänzendes zum Thema Selbstmarketing finden Sie hier:

Diesen Artikel bewerten

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne

Diesen Artikel Kommentieren

Ich freue mich auf Ihr Feedback


* Pflichtfeld