Ideenfutter

Für Experten, Führungskräfte und Umsatz-, Verkaufs- und Vertriebsverantwortliche in Unternehmen mit engem Zielgruppenfokus

Achtsamkeit – aus Sicht des JediPreneurs Christian Jeschke

Ergebnisse von Meinungsumfragen, die sich auf Einstellungen, Gewichtung und Präferenzen zu Einkommen, Lebensweise, Selbstverwirklichung beziehen, sind aus materieller Sicht ziemlich ernüchternd. „Ernüchternd“ deshalb, weil entsprechende Antworten noch vor rund 20 Jahren meist völlig konträre Ziele und Präferenzen aufzeigten. Galten früher die noble Limousine, ultrateure Markenkleidung, prestigeträchtige Sportarten, drei jährliche Fernreisen und ein üppiges Gehalt oder durch Selbstständigkeit erzielter Gewinn, welches all das finanziert, als höchst erstrebenswert, so suggerieren heutige Schlagzeilen:

Weniger ist mehr! Wie lässt sich dieser krasse Sinneswandel erklären? Christian Jeschke, Ersthelfer für Stressreduzierung und Burnout-Prävention beschäftigt sich seit vielen Jahren beruflich damit. Die Thesen des selbsternannten JediPreneurs lauten:

  • Wir kompensieren inflationären Lebenssinn und mangelnde Resilienz mit Konsumrausch – und durch die ausufernde Nutzung von Social Media. Besitzgier und Internetsucht lassen freundlichst grüßen.
  • Statt häufiger – oder überhaupt – wieder der inneren Stimme zu vertrauen, überhören wir die seit Jahrzehnten ansteigende psychische Überforderung. Sowohl am Schreib- als auch am Küchentisch.
  • Fast ganztägige Nutzung der Informationstechnologie macht viele, besonders beruflich stark Engagierte, langfristig abhängig von deren Besitz und eines 24-stündigen Gebrauchs.

Jeschkes Fazit: Ein Großteil der Gehaltsempfänger, Selbstständigen, Handwerker, Führungskräfte oder Unternehmer leidet unter akuten Erschöpfungszuständen. Oft auch unter einem unzufriedenstellendem Privatleben, das aus chronischer Zeitnot für Viele nur noch sporadisch stattfindet. Körperlich und psychisch katastrophal sind die Einzelfälle, die einfach nicht mehr abschalten können. Jeschkes Erfahrungen zufolge wird eine ständige Überfrachtung an Werbe- und Kommunikations-Kontakten, je nach Häufigkeit der Nutzung, schnell zum Fluch. Gönnt man sich regelmäßig keine bewusste Auszeit, droht solch unachtsames Verhalten gefährliche Begleiterscheinungen zu fördern bzw. auszulösen. Um nur einige Beispiele zu nennen:

  • Konzentrationsmangel bei der Bewältigung technisch komplexer oder kreativer Arbeit (Akquisition, Konzept- und Strategie-Entwicklung, Beratung, Korrespondenz usw.).
  • Aufmerksamkeitsdefizite in persönlichen Gesprächen, Telefonaten, virtueller und schriftlicher Kommunikation.
  • Ich-Sucht, durch Ausblenden von Resilienz.

Die Hauptursache solch möglicher Defizite sieht Christian Jeschke im Verlust – oder dem Sich-nicht-zugestehen-Wollen von Achtsamkeit. Genau hier setzt der JediPreneur und WolkenBewunderer an. Im Bewusstmachen und der Optimierung stressauslösender, meist langjährig eingeschliffener Denk- und Verhaltensweisen sieht der Mittvierziger seine berufliche Hauptaufgabe.

Nehmen Sie sich bitte jetzt die Zeit, die Sie nicht zu haben glauben … Lesen Sie, was der Naturliebhaber über persönliche Interessen, Möglichkeiten zur Stressreduktion bei Einzelpersonen und über betriebliche Gesundheitsförderung berichtet.

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„Achtsamkeit“, das heißt auch, sich Orientierung zu verschaffen. Foto: © Christian Jeschke

Zur Person:

Christian Jeschke erblickte am 17. April 1971 in Offenburg das Licht der Welt. Das spätere Wirken als JediPreneur musste noch einige Jahre warten. Der Start war die kaufmännische Ausbildung in einem Autohaus. Der heutige WolkenBewunderer blieb danach zwar der KFZ-Branche treu, wechselte aber zu einem Heilbronner Mitbewerber. Kurzum: Bis zum Jahr 2009 war der heutige „Medienfastende“ Systemverwalter, Fachmann für HTML-Programmierung, IT-Systemkaufmann, Ausbilder, Reputations-Manager, Datenschutzbeauftragter (IHK) und IT-Spezialist (IHK), Geschäftsführer eines Digital-Media-Unternehmens.

Erste Erschöpfungszustände ob des zunehmenden beruflichen Drucks, als Führungs-Person und danach als Geschäftsführer, nahm er auch nach einem Krankenhausaufenthalt nicht ernst. Erst eine langwierige Krankheits-Geschichte bis zum Jahr 2006 weckten in ihm einen Sinneswandel, heutzutage würde der ganze Verlauf wohl in die Kategorie Burnout fallen. Die vollständige Genesung schreibt er nicht zuletzt der wieder aufgenommenen Praxis der Achtsamkeit zu. Nach dieser Erkenntnis und einer längeren Suche nach der Berufung besann er sich auf das zurück, wofür er sich bereits mit 20 Jahren interessierte, was er damals schon lernte und dessen Auswirkungen er jetzt wieder am eigenen Leib erlebt hatte: die Achtsamkeit.

Im Jahr 2011 absolvierte der Jedipreneur eine Ausbildung als „Train the Trainer“ (IHK) und machte sich wieder selbständig, als Berater und Trainer für Achtsamkeit.

„Ich bin kein spiritueller Lehrer, sondern Entwicklungshelfer und Reisebegleiter für Achtsamkeit“.

Christian Jeschke, Zert. Trainer (IHK), Zert. Entspannungstrainer (Entspannungsakademie®), Zert. Sensor der Burnout-Lotsen (BoHc®)

Ab 2012 beschäftigte sich der WolkenBewunderer intensiv mit „Zen of Work“, dem Gedankengut des amerikanischen Journalisten und Zen-Philosophen Leo Babauta. Anschließend erfolgte die 1-jährige Teilnahme am Forschungsprojekt „Achtsamkeit am Arbeitsplatz“ bei der Kalapa Leadership Academy. Weitere Qualifikationen sind Path of the Peaceful Warrior und Zertifizierter Sensor der Burnout-Lotsen. Christian Jeschke fühlt sich heute nach 20-jähriger beruflicher Wanderschaft am Ziel seiner Bestimmung angekommen.

Nach eigener Aussage interpretiert sich der JediPreneur als Organisations-Talent, Querdenker, Referent, Zuhörer sowie Entwicklungshelfer zur Sensibilisierung für Achtsamkeit und Entschleunigung.

Unter der Firmierung iO-PARTNER sowie mit dem Thema „Medien-Fasten“ bietet Christian Jeschke heute im B2B-Bereich Beratung, Konzepte, Trainung sowie Umsetzung für Burnout-Prävention.

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Entspannende Tour durch die Weinberge im schwäbisch-fränkischen Naturpark. Foto: © Christian Jeschke

Weitere Formate, die der „WolkenBewunderer“ dafür einsetzt, sind Einzeltrainings, Firmenschulungen und Seminare, Achtsamkeits- und Erlebnis-Workshops, Medien-Fasten. Christian Jeschke bietet sämtliche Leistungen jeweils abhängig vom Wetter in der Natur und in geschlossenen Räumen sowie in Kombination an. Zielgruppe sind Einzelpersonen, Führungskräfte, mittelständische Unternehmen und Manager. Fallweise erfolgt die Zusammenarbeit im Netzwerk mit iO-Partner und den Burnout-Lotsen.

Am 28. Juni 2015 referiert Christian Jeschke anlässlich des 2. Bewusstseinkongresses auf der Burg Stettenfels zum Thema „Loslassen ist der Schlüssel zum Glück: Die Praxis der Achtsamkeit“.

„Achtsamkeit ist die Macht, die im Verborgenen wacht!“

Christian Jeschke, Zert. Trainer (IHK), Zert. Entspannungstrainer (Entspannungsakademie®), Zert. Sensor der Burnout-Lotsen (BoHc®)

Herr Jeschke, der Begriff „Entrepreneur“ fällt im digitalen und dem echten Leben heute sehr häufig. In vielen Social-Media-Profilen und Unternehmensdarstellungen prangt diese Worthülse. Als Wortmensch wurde ich auf „Medienfasten“ aufmerksam, weil Sie sich JediPreneur nennen. Man sagt Jedis nach, sie besäßen übermenschliche Kräfte, die als Synonym für Macht stehen. Weiterhin sollen Jedis nach einem Kodex handeln, der hilft, sich vor Dunklem zu schützen. Sie toppen das Ganze, indem Sie beide Worte kombinierten. Jedis kenne ich nur aus dem Kino. Für eine Definition musste ich erst in Wikipedia nachschlagen.

Was wollen Sie mit der Wortschöpfung „JediPreneur“ zum Ausdruck bringen?

Christian Jeschke: Der Begriff „JediPreneur“ ist entstanden als ich folgenden Tweet der „Happy Startup School“ las: ‚If you’re a mindful entrepreneur, you’re like the Jedi of entrepreneurs!’. Darauf antwortete ich sofort, dass ich schon immer ein Jedi sein wollte, jetzt weiß ich, dass ich es schon bin – nämlich als JediPreneur – ein Unternehmer, der sich für Achtsamkeit als Basis seines Unternehmens entschieden hat. Zum Begriff der „Macht“ der Jedi möchte ich noch anfügen, dass ich das, was die Jedi Macht nennen, als eben die Achtsamkeit definiere: „Achtsamkeit ist die Macht, die im Verborgenen wacht!“. Man muss sie nur für sich entdecken und hierzu gehört für mich Disziplin, der entschiedene Wille an der Achtsamkeit zu arbeiten und das Wissen, wie man Achtsamkeit für sich selbst kultiviert. Das gebe ich weiter.

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Open Space, eine Strategie, die Christian Jeschke zur Moderation bei Workshops und Seminaren einsetzt. Foto: © Christian Jeschke

Ähnlich kreativ klingt „WolkenBewunderer“. Auch diesen Begriff prägten Sie. Man kann zwar schon erahnen, was Sie Stressgefährdeten damit vermitteln wollen, dennoch: Was erhoffen sich Menschen, wenn Sie sich beispielsweise während einer Veranstaltung so vorstellen? Gibt es darauf auch negative Reaktionen?

Christian Jeschke: Negative Reaktionen hierauf hatte ich noch nicht, es zaubert eher allen ein Lächeln auf die Lippen. Mit dem WolkenBewundern lade ich ein, den Müßiggang zu versuchen und mal nichts zu tun, nicht beschäftigt zu sein. Zum einen beim Betrachten der Wolken, die am Himmel vorbei ziehen, ebenso wie bei der Achtsamkeits-Übung die Gedankenwolken wahrzunehmen und vorbei ziehen zu lassen. Was hierbei geübt wird, kann dann im Alltag abgerufen werden, gerade dann wenn mal wieder zu viel los ist im „Oberstübchen“.

Sie sind Widder. Man sagt Menschen dieses Sternbilds Disziplin, Zielstrebigkeit und Abenteuerlust nach. Allerdings fallen im Zusammenhang mit Ihrem Sternbild auch negative Begriffe wie Ungeduld, Aggressivität oder Egoismus.

Erkennen Sie zumindest grobe Tendenzen, die auf Sie persönlich zutreffen?

Christian Jeschke: Darin erkenne ich mich klar wieder. Wobei ich selbst nicht in positiv und negativ teilen möchte. Wir sind natürlich so gepolt, dass wir lieber die positiven Eigenschaften haben. Jedoch sehe ich das so, dass die sogenannten negativen Eigenschaften eine Herausforderung sind, diese bewusst wahrzunehmen und mit der Macht der Achtsamkeit zu verändern.

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Seminarhaus „Insel der Achtsamkeit“ in Bretzfeld-Unterheimbach. Foto: © Christian Jeschke

Gut informierte, preisorientierte Konsumenten und B2B-Kunden, die allen unter uns ein mehrfaches an Fachwissen, IT-Verständnis, Geduld und Disziplin abverlangen sind bei Arbeitnehmern mögliche Ursachen zur Inneren Kündigung. Auch Führungsverantwortliche, Mittelständler, Angehörige freier Berufe und Selbstständige stehen ständig unter Strom: Akquisition, Kundenbindung, Kundenrückgewinnung sowie zielgruppengerechte Unternehmenskommunikation sind meist in einer 40-Stunden-Woche nur schwer zu bewältigen. So ganz nebenbei scheitern Ehen und Beziehungen. Abgesehen davon wären auch noch Kinder, Enkel und pflegebedürftige Angehörige zu versorgen.

Karrierewillige, aber auch Zartbesaitete ignorieren oft über lange Phasen schleichende körperliche und seelische Überforderung. Bloß, wer spricht offen über das persönliche Ausgebranntsein oder den eventuellen Wunsch zur Inanspruchnahme konkreten Hilfsbedarfs durch Dritte.

In welchem Stadium suchen betroffene Menschen Ihre Hilfe? Sie verstehen sich als „Ersthelfer für Stressopfer“. Ab wann empfehlen Sie vorsorglich den Gang zum Facharzt oder zu einem erfahrenen Psychologen?

Christian Jeschke: In der Regel arbeite ich mit Menschen, die bereits früh erste Symptome erkennen oder ganz gezielt Achtsamkeit für die persönliche Entwicklung kennen lernen möchten. Das sind nicht nur „Stressopfer“, denn Achtsamkeit wirkt nicht ausschließlich bei Stress, sondern hilft generell, die eigene Wahrnehmung und das Bewusstsein für sich selbst und seine Umwelt zu erhöhen.

Ein gestandener Unternehmer, Mitte 50, hat sich zuletzt an mich gewendet, um seine persönlicher Fokussierung beim Tagesgeschäft zu optimieren. Er spurtete von Termin zu Termin, war völlig unorganisiert und es herrschte Chaos im Kopf sowie in seinem Büro. Letztendlich übertrug sich das auch teilweise auf das Unternehmen. Achtsamkeit hat ihm geholfen seine Gewohnheiten zu ändern, Routinen für den Tagesablauf zu installieren, Zeit für sich zu nehmen und letztendlich zu erkennen, dass er seinen Tag und sein Leben mit viel zu viel Dingen angefüllt hatte, die für ihn tatsächlich nicht wirklich wichtig sind.

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Atmen, ein Weg zu sich zu finden: #AUSSCHALTEN #ATMEN. Foto: © Christian Jeschke

Nach dem „Entrümpeln“ von Oberstübchen und dem Umfeld sowie der Optimierung der persönlicher Organisation ist es ihm nun möglich, fokussierter zu arbeiten. Er kennt nun seine Stressoren und wenn sie auftauchen, ebenso seine Auslöser, die alte Routinen hervorrufen könnten. Er hat durch Achtsamkeit gelernt Signale seines Körpers und der Umwelt bewusst wahrzunehmen und achtsam zu entscheiden, was JETZT wichtig und richtig für ihn ist.

Wenn ich mal nicht weiter weiß? Da ich mit Menschen arbeite, liegt mir als erstes ihr Wohl am Herzen und achte hierauf ganz besonders. Ich unterstelle mir hierbei selbst, ein entsprechendes Feingefühl zu haben. Vor allem aber trägt der Klient selbst dazu bei, die eigenen Probleme und Symptome zu beschreiben, wenn er zuerst lernt Achtsamkeit zu üben, um so seine Körpersignale erkennen zu können.

„Weniger Zeug, auch Medien, bedeutet für mich mehr Zeit!“

Christian Jeschke, Zert. Trainer (IHK), Zert. Entspannungstrainer (Entspannungsakademie®), Zert. Sensor der Burnout-Lotsen (BoHc®)

Bei Themen, die außerhalb meiner beruflichen Kompetenz liegen, verweise ich an meine Netzwerk-Partner, zum Beispiel die Balance-Lotsen. Das können beispielsweise Burnout-Patienten im fortgeschrittenen Stadium sein. Oft erlebe ich auch, dass gerade Führungskräfte ein spezielles Training oder Coaching zu Bewegung oder Ernährung benötigen – auch dann empfehle ich professionelle Adressen aus meinem Netzwerk.

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Humor hinter den Workshop- und Seminar-Kulissen: Den Bytes lauschen …. Foto: © Christian Jeschke

John Kabat-Zinn, weltweit einer der bekanntesten Wissenschaftler zur Erforschung von Stressfaktoren sagt, Achtsamkeit sei ein ziemliches einfaches Konzept. Nämlich von Jedermann erlernbar. Als Molekularbiologe hat Kabat-Zinn in seinen Studien verdeutlicht, dass Körper und Geist untrennbar zusammenhängen. Kabat-Zinn unterrichtet Meditation und entwickelte Anti-Stress-Strategien, die auch Zen und Yoga enthalten.

Wie reagieren Menschen auf solche spirituellen Impulse, die auch Sie zur Stress-und Burnout-Prävention bieten? Gibt es hier unterschiedliche Auffassungen bei den Geschlechtern?

Christian Jeschke: Ich bin kein spiritueller Lehrer, sondern „Entwicklungshelfer und Reisebegleiter für Achtsamkeit“. Deshalb trenne ich ganz klar Spiritualität und das reine Konzept der Achtsamkeit, bin sozusagen ein „pragmatischer Esoteriker“. Der Begriff Spiritualität ist so eine Sache, das kommt eigentlich vom lat. spiritus ,Geist, Hauch‘ bzw. spiro ,ich atme’. Und vor allem das Atmen hat hier für mich vorrangige Bedeutung, denn das ist das zentrale Element der Achtsamkeit-Übungen. Bei allen Übungen steht der Atem im Fokus, sei es Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Tiefenentspannung, Achtsamkeits-Übungen wie Sitz-Meditation, Achtsames Gehen und auch Qi Gong. Auch Qi Gong beschreibe ich losgelöst vom spirituellen Hintergrund, es ist die Arbeit (GONG) mit dem Atem (Qi). Diese Atem-Arbeit wird mit Bewegung und Vorstellungsbildern verbunden, zum Beispiel „Stehen wie ein Baum“, hierdurch wird das Oberstübchen „beschäftigt“ und kann sich weniger in den Gedankenwolken verlieren. Des Weiteren kommt man sanft in Bewegung und das kommt dem ganzen Bewegungsapparat zugute.

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Wüstenrot: Im schwäbisch-fränkischen Naturpark: Baum-Energie spüren, Sinne durch Tasten schulen. Foto: © Christian Jeschke

Mir geht es vor allem um die Wirkung von Achtsamkeit losgelöst von religiösen Aspekten, ungeachtet dessen erkläre ich auch, woher das Konzept der Achtsamkeit stammt. Das soll primär auf die Jahrtausende alte Tradition hinweisen, also dass es ein lange erprobtes Konzept ist.

„Wenn man in sich hineinspürt, dann sagt einem der Körper schon was gut ist und was nicht!“

Christian Jeschke, Zert. Trainer (IHK), Zert. Entspannungstrainer (Entspannungsakademie®), Zert. Sensor der Burnout-Lotsen (BoHc®)

Eine langsame, entspannende Herangehensweise ist grundlegend für das Aussteigen aus dem täglichen Trott und die Kultivierung von Achtsamkeit. In Ruhe kann man erkennen, in welchem Zustand man sich befindet und was zu tun ist. Will meinen, ich fühle mich gestresst oder ich spüre Angst, Panik oder andere Emotionen aufkommen. Emotionen sind Körpersignale, die uns zum Handeln auffordern, sie möchten, dass wir etwas tun. In der Regel wird hier vom Gehirn automatisch ein Programm abgefahren, durch Achtsamkeit kann man bewusst entscheiden.

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Im schwäbisch-fränkischen Naturpark die Wahrnehmung der Sinne schulen. Oft haben Gestresste den Bezug zur Natur verloren. „Hören“ der besonderen Art: Stock an das Ohr, in den Bach stecken, dem Wasser lauschen. Foto: © Christian Jeschke

Überspitzt ausgedrückt wirkt der Begriff „Feierabend“ für viele unter uns wie aus dem Heimatfilm. Nämlich als höchst erstrebenswert, aber im Alltag in vielen Fällen kaum realistisch. Was sind Ihren Erfahrungen zufolge ernst zu nehmende Anzeichen, sich einzugestehen, ich packe das alles nicht mehr?

Christian Jeschke: Das ist ein schleichender Prozess und gerade deshalb so tückisch. Am Anfang ist man mit viel Elan dabei und stellt eigene Interessen zurück, im weiteren Verlauf steckt man seine ganze Energie in die Arbeit und man fühlt sich unentbehrlich. Dann werden legale Aufputschmittel konsumiert, wie z. B. Koffein, Nikotin oder Energiedrinks und es kann schon zum ersten Suchtverhalten kommen. Weiter geht es mit ersten Zeichen von Vergesslichkeit, Unpünktlichkeit, man wird fahrig und steckt dann schon mittendrin. Möglichst früh selbst zu erkennen, dass man sich in diesem Prozess befindet, erfordert Achtsamkeit und dass man sich damit auseinandersetzt. Auch auf andere zu hören, wenn sie einen auf die Symptome hinweisen, empfiehlt sich.

Ursachen, die zu Konzentrationsmangel, Aufmerksamkeitsdefiziten, im fortgeschrittenen Stadium zu plötzlichem Schweißausbruch oder anhaltender Schlafstörung führen können, sind ziemlich banal. Jeder weiß, Abschalten und Entspannung sind im Hinblick auf den Erhalt der Arbeitskraft sowie geistiger Flexibilität das kleine Einmaleins der ICH-Pflege.

Sie beraten und trainieren Einzelpersonen, aber auch Unternehmen, die sich für Strategien zur Umsetzung einer Betrieblichen Gesundheitsförderung interessieren. Welches sind die häufigsten Widerstände, wenn Sie Maßnahmen wie kurzfristig Achtsamkeitsübungen oder gar regelmäßige Entspannungs-Trainings anregen?

Christian Jeschke: Zeit und Geld, also die Freistellung der Mitarbeiter sind die häufigsten Punkte.

Zum einen empfehle ich ganz klar auch Kassenleistungen, falls vom entsprechenden Leistungsträger angeboten, die ich dann in mein Konzept einarbeite. Bei Unternehmern selbst hilft das Skizzieren eines tatsächlichen Ausfalls für mehrere Monate bis zur Genesung. Wenn man sich nicht rechtzeitig das Geld und die Zeit dafür nimmt, dann kann das richtig existenzbedrohend werden, da man nicht in der Lage ist zu arbeiten.

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Großgruppenmoderation in Wüstenrot: Firmen-Seminar „Veränderung im Unternehmen gemeinsam gestalten“. Foto: © Christian Jeschke

Kleinen Unternehmen aus der Region biete ich die Möglichkeit, gemeinsam mit anderen Unternehmen so genannte „Balance-Tage“ zu veranstalten. So lässt sich die Pro-Kopf-Investition senken. Ein weiterer Vorteil ist und es gibt zusätzlich die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch sowie dem gemeinsamen Gesundheits-Management.

Zudem fallen meine Angebot unter die Förderung der Mitarbeitergesundheit, die steuerlich unterstützt wird. Seit 2009 kann ein Unternehmer pro Mitarbeiter und pro Jahr 500 Euro lohnsteuerfrei für Maßnahmen der Gesundheitsförderung investieren.

„Hilfreich ist es, Menschen in seinem Umfeld zu haben, die über Achtsamkeit ähnlich denken. Das kann in einem Unternehmen ganz gut gelingen, in dem man sich über das eigene Befinden spricht – oder gemeinsam Entspannungstechniken praktiziert“.

Christian Jeschke, Zert. Trainer (IHK), Zert. Entspannungstrainer (Entspannungsakademie®), Zert. Sensor der Burnout-Lotsen (BoHc®)

Nicht zuletzt stellt sich die Frage, ob die Investition in die Entwicklung und Gesundheit der Mitarbeiter tatsächlich zu kostspielig ist, wenn dadurch Fehltage reduziert und das Miteinander gehoben werden. Das lässt sich leider nicht pauschal in Euros ausdrücken, jedoch ist das messbar. Das wird sich in den nächsten Jahren zeigen, vor allem bedingt durch die gesetzliche Pflicht zur psychischen Gefährdungsbeurteilung gemäß des Arbeitsschutzgesetzes. Auf Basis des Konzepts der Balance-Lotsen hierzu, können Auswertungen erstellt und die langfristige Entwicklung gemessen werden.

Vor rund 270 Jahren machte sich der Ire Jonathan Swift lustig über unser Sein im Hier und Jetzt. Der Satiriker und Schriftsteller gab zu bedenken, „Wenige Menschen leben in der Gegenwart, die meisten bereiten sich vor, später zu leben“. Was zeigt, der wahre Wert der Zeit, sowie der Sinn des Lebens, gehen im Alltag unter. Leider.

Das Nutzen von Lebenszeit lässt sich nicht standardisieren. Und doch bereuen viele Sterbende in ihren letzten Stunden, beruflich zu viel geleistet und somit private Wünsche oder Prioritäten verleugnet zu haben.

Was ist Ihr persönliches Hauptargument, wenn Sie Mitmenschen erklären wollen: Auch Deine Zeit endet. Nutze deshalb intensiv die Stunde, in der Du lebst?

Christian Jeschke: Da antworte ich ebenfalls mit einem Zitat, von John Lennon: „Life is what happens to you while you are busy making other plans.“ Leben ist das, was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu schmieden.

Und frei nach einer schwäbischen Weisheit:

„In’s Grab gesch‘ nackich!“

Christian Jeschke, Zert. Trainer (IHK), Zert. Entspannungstrainer (Entspannungsakademie®), Zert. Sensor der Burnout-Lotsen (BoHc®)

Wir haben vergessen auch mal nichts zu tun, die Seele baumeln zu lassen, nicht in jeder „freien“ Minute das Smartphone oder andere Medienkanäle zu bemühen, um uns zu informieren oder zu bespaßen. Nur in der Ruhe haben wir die Möglichkeit, uns auch mal selbst zu hinterfragen, einen Status abzufragen. Wo stehe ich im Leben? Wollte ich da eigentlich hin? Wie geht es weiter?

Bei all diesen Fragen ist Achtsamkeit ein guter Ratgeber. Was ist hier und jetzt? Nicht bewerten und in Routinen verfallen. Sondern bewusst fragen und definieren: Wie kam ich hierher? Wo will ich hingehen? Wie komme ich dahin? Was ist mir wichtig?

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Wanderung durch die Tobelschlucht in Richtung Klosterhof Großhöchberg unter dem Aspekt Medien-Fasten als Firmenevent. Foto: © Christian Jeschke

Egopolieren, neudeutsch auch Reputationsaufbau, das Steigern der Sichtbarkeit im Internet und die crossmediale Akquisition neuer Kunden sind heute vielgepriesene Ziele der Selbstvermarktung. Ziele wie diese sind sowohl für einzelne Unternehmen, Nonprofit-Organisationen und natürlich auch für Führungskräfte sowie mittelständische Unternehmer von existenzieller Tragweite. Schenkt man Social-Media-Junkies Glauben, soll all dies möglichst häufig passieren.

Sie selbst führen einen Blog, diverse Internetauftritte, wirken als Gastredner auf Kongressen und Seminaren mit. Mal ganz ehrlich, kennt ein achtsamer „WolkenBewunderer“ wie Sie innere, drangsalierende Stimmen wie: „Du musst im Monat noch soundsoviele Euros Umsatz machen“, „wann schreibst Du den nächsten Blogbeitrag oder Newsletter-Artikel“. Oder: „Lass Dich wieder mal auf Xing, Pinterest und Facebook blicken!“ Damit will ich nur sagen, Sie unterliegen den selben Mechanismen des Marktes wie Jeder hier.

Als weiteres Beispiel: Sie plädieren für „Medienfasten“. Geben Sie sich Kraft der selbst auferlegten Intentionen automatisch mit weniger zufrieden? Oder kennen Sie die ultimative Lösung, wie man trotz deutlich reduzierten Medienkonsums erfreulich hohe Gewinne erwirtschaften kann? Und zwar bis in ein gesundes, hohes Alter.

Wie, womit und mit welchem Zeitaufwand akquirieren Sie?

Christian Jeschke: Ja, das Netz. Es ist so nah, in der Hosentasche und sofort griffbereit. Ich nutze soziale Medien für mein Marketing, das reicht mir auch. Hierin bin ich nicht so regelmäßig, das raubt mir sonst zu viel Zeit, in der ich Kunden direkt ansprechen kann. Für meine regionalen Veranstaltungen haben sich Facebook und Xing als hilfreich herausgestellt. Allerdings habe ich eine höhere Reichweite und mehr Erfolg durch Plakate, Flyer und Kunden-Empfehlungen.

Zu meinen täglichen Routinen zählt das Checken des Finanz-Status, hierbei erkenne ich klar, ob und wie viele Euros diesen Monat noch zu erwirtschaften sind. Allerdings bin ich in der glücklichen Lage, dass in der Regel die nächsten sechs Monate geplant und ausgebucht sind.

Zurück zu Social Media, privat mache ich wenig – fast nichts, außer Kurz-Nachrichten und das dient zur Kommunikation und nicht zur reinen Information. Ich bin da sehr restriktiv, wenn sich meine Botschaft in ein echtes Gespräch entwickelt, dann greife ich lieber zum Hörer.

„Die Kultivierung von Achtsamkeit beginnt mit dem #HINSETZEN und Beobachten des Atems. Unser Atem ist die Schnittstelle von Körper und Geist, an der wir erkennen können, wie hoch unser Stress-Level gerade ist“.

Christian Jeschke, Zert. Trainer (IHK), Zert. Entspannungstrainer (Entspannungsakademie®), Zert. Sensor der Burnout-Lotsen (BoHc®)

Ja, ich nutze ein Smartphone, hauptsächlich für Fotografie, Navigation, Hörbücher und um mich an Termine erinnern zu lassen. Es ist ein Assistent. Verzichten möchte ich nicht darauf, allerdings würde es mir keine schlaflosen Nächte bereiten. Ich würde einfach Dinge anders organisieren, das würde auch gehen. Hierfür sehe ich keine Notwendigkeit, denn die Technik ist ein Werkzeug, sie bestimmt nicht mein Leben.

Und ja, außerdem stehe ich für Medienfasten, der Gewährung einer vorübergehenden Auszeit vom täglichen Informations- und Kommunikationsfluss, um sich Zeit für sich zu nehmen und über den regelmäßigen Medienkonsum zu reflektieren sowie Achtsamkeit mit Erlebnissen in der Natur zu verbinden. Das ermöglicht das Schärfen des Bewusstseins für das Wesentliche. Optimalerweise nehmen meine Kunden dieses Bewusstsein mit und gewinnen eine veränderte Einstellung zum Medienkonsum. Weniger Zeug, auch Medien, bedeutet für mich mehr Zeit!

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„Lenken“ gelingt im Einklang viel besser – hier mit Hilfe der Natur. Foto: © Christian Jeschke

Verbundenheit zur Natur wirkt sich unmittelbar auf die menschliche Psyche aus, denn im Freien werden alle Sinne gereizt. Forschern gelang es wissenschaftlich zu untermauern, dass das Draußensein die Wahrnehmung schult. Im Freien werden Sinne und Potenziale angesprochen, die im techniklastigen Alltag gelegentlich abstumpfen bzw. brachliegen. Transzendenz, Klarheit und schöpferische Kreativität.

Ein russisches Sprichwort besagt ganz pragmatisch „Ich liebe den Wald. In den Städten ist schlecht zu leben: Da gibt es zu viele der Brünstigen“.

Diese Erkenntnis ist an Deutlichkeit kaum zu überbieten. Welchen Stellenwert hat die Natur für Sie persönlich, wenn wir brünstig mit erfolgsgetrieben und medienüberfrachtet ersetzen? Und, wie binden Sie das „Draußensein“ in Ihre Trainings sowie gegebenenfalls in Ihren Beratungs-Strategien ein?

Christian Jeschke: Das russische Sprichwort gefällt mir. Die Natur ist für mich ein Ort für Heimkommen, Ruhe, Abschalten, Auftanken, Inspiration und einfach mal weg sein. Hier gibt es keine Bildschirme, keine Informationsflut, keine Aufgaben, nichts zu erreichen – nur die Wahrnehmung des jetzigen Augenblicks. Das ist Achtsamkeit!

„Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Pausen beim Achtsamkeits-Training entstehen können und dass man aber jederzeit wieder damit beginnen kann und sofort wieder die positive Wirkung spürt“.

Christian Jeschke, Zert. Trainer (IHK), Zert. Entspannungstrainer (Entspannungsakademie®), Zert. Sensor der Burnout-Lotsen (BoHc®)

Mit Klienten verbringe ich beim Medienfasten mindestens drei Tage ausschließlich in der Natur, bis auf die Schlafenszeit. Hierbei lernen sie ihre Wahrnehmung zu schulen, durch das bewusste Erleben der fünf Sinne, zum Beispiel:

  • das reine SEHEN der Natur, z.B. beim Wolkenbewundern mit dem Vergleich zu den Gedanken
  • das FÜHLEN der Pflanzen, z.B. an Bäumen die Oberfläche oder die Energie, die durch sie fließt
  • das RIECHEN der Luft und den Duft des Waldes am Morgen
  • das HÖREN der Tiergeräusche, auch vor allem am Morgen wenn die Natur aufwacht, ebenso wie nachts, wenn vor allem das Sehen eingeschränkt ist. Hierbei lade ich vor allem dazu ein, die Emotionen wahrzunehmen, die entstehen.
  • das SCHMECKEN, der Mahlzeiten, die ganz bewusst in Stille genossen werden.
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„Lehrmeister“ – Regenwetter. Foto: © Christian Jeschke

Ansonsten gehe ich so oft wie möglich mit Klienten raus in die Natur, auch wenn es um Gespräche geht. Die Natur lädt zur Entspannung ein und löst eingefahrene Muster, um diese auch zu erkennen.

Nicht zuletzt Qi Gong-Übungen mit Vorstellungsbildern wie „Himmel und Erde stützen“ erfahren hierbei ein viel tieferes Erleben, da man den Himmel und die Erde bewusster wahrnimmt als im Übungsraum.

„Eine langsame, entspannende Herangehensweise ist grundlegend für das Aussteigen aus dem täglichen Trott und die Kultivierung von Achtsamkeit“.

Christian Jeschke, Zert. Trainer (IHK), Zert. Entspannungstrainer (Entspannungsakademie®), Zert. Sensor der Burnout-Lotsen (BoHc®)

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Achtsamkeits-Training mit Pferden für Manager und Führungskräfte mit dem Netzwerkpartner equi-com®. Foto: © Christian Jeschke

Bedenken, hinsichtlich eines ausufernden Medienkonsums gibt es schon seit vielen, vielen Jahren. Neuerdings liest man davon, dass psychische und körperliche Auswirkungen dieses suchtähnlichen Verhaltens gravierende Defizite im menschlichen Gehirn auslösen. Studien interpretieren dahingehend, ein steigender Social-Media-Konsum sei dafür verantwortlich, dass das Gehirn beim Speichern von Informationen gestört würde.

Mittlerweile gibt es spezielle Camps, die ein Leben ohne übersteigerten IT-Konsum lehren. Ab welchem Stadium stufen Sie einen Mitmenschen als burnout-gefährdet ein? Interessant wäre es auch zu erfahren: Welche Informationstechnologie, nutzen Sie in welchem Umfang persönlich?

Christian Jeschke: Meine offenen Medienfasten zählen auch in gewisser Weise zu diesen Camps, allerdings mehr mit Bezug auf das bewusste Erleben des Offline-Sein und auf die Kultivierung von Achtsamkeit als präventive Massnahme vor chronischem Stress und zur Persönlichkeits-Entwicklung. Die gemeinsame Reflexion in der Gruppe fördert diese Erlebnisse.

„Burnout ist ein Prozess. Ich sehe Menschen als burnout-gefährdet, sobald sie beginnen, den Sinn für sich selbst zu vergessen“. Die Ursache in solchen Fällen ist meist zunehmender oder chronischer Stress, der langfristig krank macht.

Persönlich, also für private Angelegenheiten nutze ich Informationstechnologien wenig. Die geschäftliche Nutzung reicht mir und das ist fließend, da ich mich ja auch persönlich für Achtsamkeit interessiere.

Ungeachtet dessen sehe ich kaum laufendes TV-Programm, wenn dann leihe ich mir einen Film oder schau selten auch mal eine Serie an. Als JediPreneur bin ich natürlich verrückt nach Starwars-Filme. Ansonsten lese ich einmal täglich, maximal 30 Minuten am Tag Blogs via Feedreader zu Themen über Natur, Achtsamkeit, Persönlichkeits-Entwicklung und wichtigen Welt-Nachrichten. Hierbei checke ich auch meine Social Media-Nachrichten. Das war’s, ansonsten lese ich lieber ein Buch – das Gefühl eines Buchs in der Hand ist einfach anders als ein Bildschirm.

„Ansonsten gehe ich so oft wie möglich mit Klienten raus in die Natur, auch wenn es um Gespräche geht. Die Natur lädt zur Entspannung ein und löst eingefahrene Muster, um diese auch zu erkennen“.

Christian Jeschke, Zert. Trainer (IHK), Zert. Entspannungstrainer (Entspannungsakademie®), Zert. Sensor der Burnout-Lotsen (BoHc®)

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Unterwegs zu sich selbst. Foto: © Christian Jeschke

Verglichen mit anderen Beratern, die Entschleunigung und Achtsamkeit trainieren, ist Ihre Vorgehensweise sehr simpel und pragmatisch. Einer Ihrer Appelle zur Veränderung von Verhaltens-Gewohnheiten heißt schlicht und einfach #HINSETZEN!

Das gezielte Herunterfahren zu hoher Ansprüche an betriebswirtschaftlichen Gewinn, an die Seele sowie den allseits integrierten Karriere-Turbo wird in Coaching- und Trainings-Angeboten oft mit hochtrabenden Philosophien und abstrakter Theorie aufgebauscht. Sie hingegen schleudern plakativ ein #HINSETZEN! in die Runde.

Was bezwecken Sie mit dieser Aufforderung? Können Menschen, Organisationen und Unternehmen, die Sie buchen, mit solch simpler Botschaft umgehen?

Christian Jeschke: Ich denke die Botschaft muss so simpel sein, und das ist auch meine erste Aufforderung an meine Klienten. Die Kultivierung von Achtsamkeit beginnt mit dem #HINSETZEN und Beobachten des Atems. Unser Atem ist die Schnittstelle zwischen Körper und Geist, an der wir erkennen können, wie hoch unser Stress-Level gerade ist.

Da darf ich meine Aufforderung gleich voll ausführen: #AUSSCHALTEN #HINSETZEN #ATMEN. Einfacher geht es doch nicht und das transportiere ich auch ganz bewusst an Interessierte. Außerdem grenzt das ganz klar von jeder Esoterik ab, auch wenn ich den Begriff nicht negativ bewerten möchte, denn das kommt doch nur von griechisch esōterikós: innerlich, dem inneren Bereich zugehörig. Jedoch hat der Begriff Esoterik in den letzten Jahren ein „Gschmäckle“ bekommen.

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Zum Wochenausklang: Segway-Fahren. Foto: © Christian Jeschke

Wie hoch liegt die Erfolgsquote für Mensch, Organisation und Unternehmen, wenn man Sie als „Entwicklungshelfer zur Sensibilisierung für Achtsamkeit und Entschleunigung“ bucht?

Christian Jeschke: Das steht und fällt tatsächlich mit dem Willen, den ein Mensch bereit ist aufzubringen, sich selbst beim Leben in Achtsamkeit zu betrachten. Auch aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Pausen bei einem Achtsamkeits-Training entstehen können und dass man aber jederzeit wieder damit beginnen kann und sofort wieder die positive Wirkung spürt.

Schokokuchen

Auf Grund langjähriger Arbeit im digitalen Bereich wählte Christian Jeschke die „8“ als durchgängiges Symbol für Achtsamkeit. Einerseits findet sich die Acht als elementare Zahl: 8 Bit = 1 Byte (Oktett) usw. So erklären sich die Bezeichnungen 8SAMKEIT4U und 8SAMKEITBiz. Bildlich gesehen symbolisiert die Ziffer „8“ zwei Kreise, die für das Miteinander im Leben stehen. Denn alles ist miteinander verbunden – alles hängt zusammen. Foto: © Christian Jeschke

Es gibt also keine Garantie für Achtsamkeit. Es ist eine grundlegende Fähigkeit unseres Geistes, wir müssen uns aber in ihr üben, damit sie sich einstellt. Und es ist ja auch gar nicht schlimm mal auszusetzen, es gibt da einen kleinen Puffer. Und wieder beginnen kann man jeden Tag.

Hilfreich ist es, Menschen in seinem Umfeld zu haben, die über Achtsamkeit ähnlich denken. Das kann in einem Unternehmen ganz gut gelingen in dem man sich über die eigene Praxis austauscht oder gemeinsam übt.

Sie haben kürzlich in Ihrem Blog darauf hingewiesen, dass Achtsamkeit durch eine ausgewogene Ernährung und die mentale Einstellung zum Essverhalten positiv beeinflusst werden kann.

Sie sind viel unterwegs. Widerstehen Sie der schnellen, mayonnaise-getränkten Wurstsemmel an der Ecke? Über „Achtsame“ herrscht das Klischee, sie tränken ausschließlich selbst zubereiteten Tee oder stilles Wasser.

Leben Sie strikt nach Ernährungsplan? Was gönnen Sie sich persönlich – und vor allem, zu welchen Lebensmitteln raten Sie Anderen?

Christian Jeschke: Ja, ich trinke liebend gerne stilles Wasser und freue mich aber auch, wenn mir jemand einen Tee zubereitet. Hauptsächlich ernähre ich mich vegetarisch, mit veganen Experimenten, bin hierbei aber nicht dogmatisch. Viel wichtiger ist es für mich, dass meine Nahrung ausgewogen und organisch ist. Auf die angesprochene mayonnaise-getränkte Wurstsemmel verzichte ich, das macht mich auch nicht an. Allerdings kann ich bei einer echt guten Currywurst mit Genuss zuschlagen. Die gibt es aber selten. Ich kann mich gerade nicht an die letzte erinnern.

Ansonsten bin ich auch hier nicht dogmatisch, verbieten möchte ich niemanden seinen Genuss. Wenn man in sich hineinspürt, dann sagt einem der Körper schon was gut ist und was nicht! Das bedingt Achtsamkeit.

Brotzeittisch

Bewusste Ernährung wirkt sich auf mentales und körperliches Empfinden aus. Foto: © Christian Jeschke

Viel wichtiger ist es für mich, das, was es zu essen gibt, mit Achtsamkeit zu essen und zu genießen. Vor allem bei Einladungen, stelle ich keine Ansprüche auf vegetarische oder vegane Kost. Das, was angeboten wird, esse ich achtsam und mit allen Sinnen.

Ansonsten verweise ich in Sachen Ernährung gerne auf das Ebook in meinem Blog und empfehle meine Ernährungs-Partner im Netzwerk.

Kurze Anekdote aus einer Trainings-Mittagspause. Ein Klient stellte mir die rhetorische Frage: „Wenn ich nicht rauche, kein Fleisch esse und keinen Alkohol trinke, wie habe ich denn dann Spaß am Leben?“ Ich antwortete: „Ich habe einfach Spaß am Leben!“

„Zen“ ist aus spiritueller Sicht ein strapazierter Begriff. Fernöstliches wird von vielen Sinnsuchern stark nachgefragt. Vieles, wie beispielsweise Baum-Yoga, das Sie zur Sensibilisierung für ein Mehr an Achtsamkeit bieten, beruht auf jahrtausendealten Ritualen und Techniken.

Obwohl mich persönlich Spirituelles sehr interessiert, neige ich diesbezüglich zu einer nüchternen Betrachtung, die übrigens aus dem Zen-Buddhismus stammt:

„Vor der Erleuchtung Holz hacken und danach weiter Holz hacken“.

Wie interpretieren Sie die Philosophie des Zen persönlich? Und: Spüren Sie gelegentlich, dass sich Ihre Kunden ab und an mit der Ausübung – oder dem geistigen Aspekt Zen generell, schwer tun?

Christian Jeschke: Ich lehre kein ZEN an sich, auch wenn ich auf die Herkunft in Bezug auf Achtsamkeit verweise. Ablehnung habe ich noch nicht erfahren, eher Interesse, zum Beispiel wenn ich mal meinen Freund und Kollegen Zen-Mönch Gregor Stehle zu einer Veranstaltung einlade.

„Als JediPreneur bin ich natürlich verrückt nach Star Wars-Filmen“.

Christian Jeschke, Zert. Trainer (IHK), Zert. Entspannungstrainer (Entspannungsakademie®), Zert. Sensor der Burnout-Lotsen (BoHc®)

Hund

Family-Shot. Foto: © Christian Jeschke

Ein Leben als Mönch konnte sich aber noch keiner ernsthaft vorstellen. Ansonsten schließe ich mich dem Zen-Zitat an:

„Vor der Erleuchtung Holz hacken und danach weiter Holz hacken“.

Ein Schlusswort, das uns alle nachdenklich machen sollte. Herzlichen Dank für den Ausflug in Ihre Gedanken.

Fotocredits: Christian Jeschke

Hier finden Sie Christian Jeschke im Internet

iO: Führungskräfte-Entwicklung für Individuen und Organisationen
www.io-partner.de

Blog
www.christianjeschke.de

Projekt
www.MEDIEN-FASTEN.com
www.youtube.com/user/Medienfasten

Angebot für Organisationen und Unternehmen
www.8SAMKEIT4.BiZ

Angebote zur Entspannung und Entwicklung der Persönlichkeit durch Achtsamkeit
www.8SAMKEIT4U.de

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