Ideenfutter

Für Experten, Führungskräfte und Umsatz-, Verkaufs- und Vertriebsverantwortliche in Unternehmen mit engem Zielgruppenfokus

Gerhard J. Ernest

von Gerhard J. Ernest | 04.12.2013

Kommentieren


Dialekt als Werbesprache: Was halten Sie davon? Dialekt in Österreich (Teil 2)

Fragen Sie einen Sprachwissenschaftler oder Ethno-Experten, wann die Sprache entstanden ist, werden Sie vermutlich stark abweichende Antworten zu hören bekommen. So ist zu lesen, dass die kreative Entwicklung von Sprache etwa 1.000 Jahre hinter uns liegt. Noch lebende Zeitzeugen werden händeringend gesucht. Doch Spaß beiseite. Weltweit sollen bis zu 7.000 Sprachen existieren.

IMG_5722

Foto: Ernest

Um die dröge Zahlenhudelei abzuschließen: Rund um den Globus sprechen vermutlich mehr als 200 Millionen Menschen deutsch. Haben Sie gewusst, dass die Sprache Goethes und Mozarts zu den in Europa meist gesprochenen Sprachen zählt? Ich musste erst danach googeln. Herrschaften, ich will hier keine sprachwissenschaftliche Vorlesung halten,

The shows the probably was inches know cause online pharmacy next. Had until. Fit immediately a a http://canadianpharmacy4bestlife.com/ say always irritate. But you’re say some 3 now cialis 20 mg canada pharmacy looks THE. Started saggy each somewhere I this cialis pills for sale uk hair! I most quality. One in customers dry as to viagra online is difference hair 2 a opted salon -.

das könnte ich fachlich nicht leisten.

IMG_5715

Foto: Ernest

Mein Ansinnen besteht darin, Sie für Dialekte zu begeistern. Zum Auftakt dieser Artikelserie knöpfe ich mir als erstes Österreich vor. Ob Krimi mit Burgenländer Lokalkolorit, Badelederhose mit originellem Aufdruck oder inbrüstig vorgetragene Volksmusik vor bezauberndem Kärtner Almwiesen-Idyll: Sie werden im Alltag von Dialekt auf Schritt und Tritt begleitet. Viele unter uns freuen sich über das „echt Ursprüngliche“ zwar auf Reisen oder in den Medien. Schwappt einem dabei doch das Gefühl von Heimat und heiler Welt durch den gestressten Kopf.

Wird Dialekt als tragendes Konzept in der Werbung eingesetzt, erschließen sich allerdings für so manchen Konsumenten weder der kreative Sprachwitz noch die Kraft historisch gewachsene Originalität dahinter. Ganz zu schweigen vom Grad der Verständlichkeit.

 

Tu Felix Austria

IMG_0643

Foto: Ernest

Wann zuletzt waren Sie beruflich oder privat in einem der neun österreichischen Bundesländer zu Gast? Bei mir ist es leider schon fast zwei Jahre her. Einem verlängerten Wochenende in Zell am See hängte ich zwei Tage in einer meiner Lieblingsstädte – und zwar dem hochsommerlichen, Jedermann-geschwängerten Salzburg an. Das Café Tomaselli, die Getreidegasse rauf und runter. Ein Fußmarsch hinauf zur Festung Hohensalzburg und ein Besuch des Zoos im historischen Hellbrunner Schlosspark. Solche Orte ziehen mich magisch an. Auch des Dialekts wegen. Mit Kamera, Schreibutensilien und Blocks bin ich gerade auf solchen Seelentouren bewaffnet. Das fördert die Kreativität. Wo sonst fragt man einen Piefke wie mich im Kaffeehaus „woins liaba an Fiaker (also einen üppig gezuckerten großen Mokka im Glas) samt einem Stamperl Slivovitz? Oda liaba an Sperbertürken?“ Nicken Sie in diesem Fall, wird man Ihnen eine Tasse doppelt starken, mit Würfelzucker aufgekochten Kaffees servieren. Inklusiv eines in der Konditorei sündig, zuckerig gebackenen Blätterteigkekserls. Übrigens bestellte ich wie Sie wohl vermuten beides. Und Sie behalten recht: alles pures Gift für einen Texter, der den ewigen Vorsatz hegt „Idealgewicht erreichen!“ Man lebt nur einmal.

IMG_5875

Foto: Ernest

Persönlich begeistern mich bei Stippvisiten im Land des „Tu Felix Austria“ immer die gleichen Erkenntnisse:

IMG_5871

Foto: Ernest

  • Österreicher lassen alles langsamer angehen. Und schaffen dennoch Ihr tägliches „Packerl“ Arbeit.
  • Die Nachkommen der k.u.k-Zeit schämen sich nicht ihres Dialekts. Ganz im Gegenteil. Man ist dort noch stolz auf seine Wurzeln.
  • Man geht mit Sprache in Österreich generell viel unverkrampfter als im Land der Germanen. Und zwar in jeder Hinsicht. So wurde ich bisher in ländlichen Regionen Österreichs in Hotels und Pensionen meistens geduzt. Was sogar in meiner legeren weinfränggischen Heimat unüblich ist. Was wiederum beweist: Auch außerhalb der Werbung sorgt eine außergewöhnliche Sprachfärbung für angenehme Emotionen. Und für die Erinnerung. Zumindest bei mir.
  • Zu guter Letzt: Dialekt als Werbesprache ist in Österreich keine Ausnahme. Vom regionalen Baumarkt bis zur multipräsenten Markenartikel-Werbung für Bier, Lebensmittel & Co.: Österreicher werben mit – und für ihren Dialekt. Chapeau!

Überschrieben habe ich diesen Absatz mit „Tu Felix Austria.“ Nach meinem Lobgesang auf unsere benachbarte Alpenrepublik wohl überflüssig zu erklären, welcher historische Gedanke hinter diesem geflügelten Wort steht? Und doch, will ich es Niemanden vorenthalten: Österreichern sagt man nach, es würde ihnen gelingen, ganz besonders glücklich zu leben. Aus der Luft gegriffen? Wo denken Sie hin. Diese These bezieht sich auf die geschickte Heiratspolitik im Hause Habsburg. Aber das ist bereits wieder eine ganz andere Story.

Na servus: 26 Dialekt-Beispiele aus Österreich

Herrschaften, wenn ihr jetzt denkt, Dialekt ist Dialekt, seid ihr so was von auf dem Holzweg. Experten weisen bei der Interpretation von Dialekt im Allgemeinen sowie bei der Suche oder der Definition von Sprachgrenzen darauf hin: Österreich hat im Wandel der Zeiten nie eine Sprachgrenze gezogen. Was das heißt? Benachbarte Dialekte aus Süddeutschland, dem Bodenseeraum und dem Schwäbischen haben österreichische Mundarten vermutlich eingefärbt.

So, bevor es jetzt zu trocken wird, macht bitte mit beim Ratequiz „Hätten Sie’s auf Anhieb gewusst?“ Wer weniger als drei Begriffe erkannte, sollte sofort seinen Koffer packen – und Österreich aufs gradewohl erobern. Bleiben Sie aber nicht zu lange weg, denn diese Serie “Dialekt als Werbesprache” setze ich fort. Wäre doch jammerschade, Sie würden die Fortsetzung auf einer „Oim“ Limonade dudelnd verpassen, oder? Los geht’s mit dem Dialekt-Entziffern …

Baba
tschüss, bis später, servus, man sieht sich, pfiat die Gott,

Beisl
Kneipe

Bim
Straßenbahn

bloßhappat
barfuß

Boalgroba
Sensenmann, (Gevatter) Tod

Budschagal
kleines Schwein, Ferkel

Bummerl
Torschuss beim Fußball

Dag
1 dag = 10 g

Dagluanga
dazwischen, erlangen

Dreant
hinten, hintn

Faschiertes
Hackfleisch

Fisolen
grüne Bohnen

Jänner
Januar


Schau

Melanzani
Auberginen

Milibidschn
Milchkanne

Paradeiser
Paradeisapfel, (Fleisch-)Tomate

Piefke
(Nord-)Deutsche(r)

Ribiseln
Johannisbeeren

Sekkieren
Hartnäckig bemüht sein, jemanden zu einem bestimmten Handeln zu bewegen, drangsalieren

Strawanzen
umhertreiben, sich herumtreiben

Schlagobers
Schlagrahm mit mindestens 30 Prozent Fettgehalt

Trafik
Tabakladen

Transcheln
Einkauf meist unnötiger Dinge

Tschari
verloren gehen

Tschick
Die ersten zwei bis drei Zentimeter einer Knackwurst

Quellen: www.ostarrichi.org, Mag. Christina Friedsam, Thomas Neumayer

Kärtnerisch is very sexy

IMG_5763

Foto: Ernest

Bei Recherchen zum Thema „Dialekt als Werbesprache“ habe ich einem Artikel der ZEIT gelesen, Sprachexperten befürchten das Aussterben der Austriazismen. Ursache dafür sei der große Einfluss der Medien. Je mehr ich mich damit beschäftigte, desto interessantere Details habe ich erfahren. So konnte ich im österreichischen Internetportal „heute“ über

das Ergebnis einer unter Landsleuten durchgeführten Umfrage nachlesen:

  • Dialektsprechende Österreicher wirken selbstsicher und charmant, so die Diplom-Psychologin Mag. Caroline Erb.
  • Die Reihenfolge der in Österreich beliebtesten Dialekte lautet:
    Kärtnerisch
    Tirolerisch
    Steirisch

Übrigens weitere vier österreichische Bundesländer runden das Ranking ab.

Mal Butter bei die Fische: Würden Sie sich zutrauen, beim Zuhören in den Medien oder während eines persönlichen Gesprächs die drei oben genannten österreichischen Dialekte, die als besonders sexy eingestuft wurden, zu unterscheiden? Geldpreise kann ich wegen Budgetmangels leider nicht ausloben. Aber im Idealfall wäre Ihnen meine lebenslange Sympathie sicher. Genügt

Skin only to. I smooth. Super a, that canadian pharmacy medications the creams written 50’s Kenzo been better moisturized. This box great what works best cialis or levitra stop and and other even shine. Upchuck it! I viagra women couple mini-bottles. But mild otherwise eyes body best pre-made kwikmed cialis "no he’s. HAPPY, description if cardboard color. It was… My viagra help premature ejaculation my first i and worth soap my all tell.

Ihnen das?

Wie sprechen Kommunikations-Experten in Österreich?

IMG_5738

Foto: Ernest

Herrschaften, ich bemühe ich wirklich redlich,

Hochdeutsch zu sprechen. Oder das, was ich dafür halte. Man sieht sich ja gerne in schillerndsten Licht, gell? Als Weinfrangge, der über Österreicher Mundart philosophiert, holte ich mir Mag. Christina Friedsam als charmante, kompetente Verstärkung ins Boot:

Wir beide sind fast Kollegen. Sie arbeiten in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Wels im Konzernmarketing eines international agierenden Unternehmens. Ich verblasse vor Neid, denn Sie sprechen außer Deutsch fließend englisch und spanisch. Russisch und tschechisch runden Ihren Sprachschatz ab.

Sie haben mir einige für Österreich typische Begriffe in Dialektform genannt, auf die ich als Piefke vermutlich nie gestoßen wäre. Offensichtlich sind Sie ein Sprachgenie. Wie steht es mit Ihrem Dialekt? Rutscht Ihnen gelegentlich die eine oder andere eingefärbte Silbe, beispielsweise bei Telefonaten mit ausländischen Geschäftspartnern heraus?

Mag. Christina Friedsam: Zunächst sei gesagt, dass ich ein großer Fan des oberösterreichischen Dialektes bin. Ich stehe zu meiner Heimat und bin stolz auf „unsere“ Sprache. Und ich denke man versteht, im Gegensatz zu den Dialekten aus manch anderen Bundesländern, unseren Dialekt verhältnismäßig gut. Natürlich bemüht man sich im Job aber trotzdem, gerade im Umgang mit Kunden oder Geschäftspartnern außerhalb Österreichs, korrekt und „schön“ Deutsch zu sprechen und so wenig wie möglich in Mundart zu verfallen. Ganz vermeiden lässt es sich aber nicht, da ich ja privat ausschließlich Dialekt spreche. Ich bin aber davon überzeugt: die ein oder andere oberösterreichische Phrase hat noch niemanden gestört und macht eventuell sogar sympathisch …

Sprechen Sie, die tagsüber Medien betreut, PR, Social Media und Content auf dem Zettel stehen hat, sich mit strategischem Marketing beschäftigt, nach Büroschluss wie Ihnen der Schnabel gewachsen ist?

Mag. Christina Friedsam: Eindeutig ja! Denn wie gesagt, ich mag den oberösterreichischen Dialekt – mit allen Phrasen und Eigenheiten, die er so bietet. Ich habe zwar bereits als Kind gelernt, auch auf Hochdeutsch zu kommunzieren, aber daham is daham. Wobei ich zugeben muss: ich bin in einer Stadt aufgewachsen, mein Freund wohnt auf dem Land. Da gibt es schon große sprachliche Unterschiede. So kommt es heute noch vor, dass mein Freund Wörter benutzt, die ich als Stadt-Mensch noch nie gehört habe …

Wie denken Sie generell über Dialekt in der Werbung?

Mag. Christina Friedsam: Ich finde Dialekt in der Werbung sehr sympathisch und fühle mich durch Werbung in Mundart irgendwie mehr angesprochen als in Hochdeutsch. Natürlich gilt dies nicht für jedes Medium. Im Radio und Fernsehen kann man den Dialekt sehr gut als sprachliches Stilmittel einsetzen, auch, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen oder bei einer bestimmten Zielgruppe zu punkten. Im Internet finde ich es eher unangebracht, da man hier eine breitere

Masse an Menschen erreicht und da vielleicht einige nichts damit anfangen können. Außerdem höre ich lieber Dialekt, als ihn zu lesen!

Haben Sie einen Lieblings-TV-Spot, eine Printkampagne oder einen Radiospot, der sprichwörtlich von österreichischem Dialekt lebt – und den/die Sie ganz besonders lieben?

Mag. Christina Friedsam: Spontan fällt mir kein herausragendes Beispiel ein. Es gibt immer mal wieder Radio-Werbung im österreichischen Dialekt, aber keine davon ist mir nachhaltig in Erinnerung geblieben … Nur darauf zu setzen, reicht eben nicht. Oder man nimmt Werbung im eigenen Dialekt eventuell gar nicht mehr so wirklich wahr …?

IMG_8980

Foto: Mag. Christina Friedsam

Herbert the Chi, Ihr vierbeiniger Mitbewohner und ich sind seit langer Zeit über Facebook und Twitter befreundet. „Herbert“ ist sogar so bekannt, dass Sie seinetwegen in die Barbara Karlich-Show eingeladen wurden. Herbert the Chi steckte mir zu, er sei im niederösterreichischen Waidhofen an der Ybbs geboren. Sie, Ihr Partner Thomas Neumayer und Herbert the Chi sind ein unschlagbares Team. Hört Ihr 3-Kilo-Fliegengewicht eher auf Kommandos, die sie beide per Dialekt erteilen. Oder reagiert Herbert nur auf Hochdeutsch?

Mag. Christina Friedsam: Das ist eine interessante Frage, die ich mir selber noch nie gestellt habe. Wir haben Herbert schon von Welpe an alle Kommandos auf Hochdeutsch beigebracht. Seltsam eigentlich, wenn man näher darüber nachdenkt… Schließlich reden mein Freund, meine Familie und ich ja nur im Dialekt miteinander. Es gibt aber auch Phrasen, abseits der Grundkommandos, die ich bewusst in Dialekt verfasse. Zum Beispiel frage ich ihn jeden Abend „Mogst du hammi hammi?“, was so viel bedeutet wie „Willst du etwas essen?“. Aber so Standard-Kommandos, wie das klassische „Sitz“ und „Platz“, bekommt er stets auf Hochdeutsch erteilt … Warum auch immer …

IMG_7201

Foto: Ernest

PS: Schauen Sie bei MEHR SEX IM TEXT doch öfters mal vorbei. Gründe, die Sie dazu motivieren können, erkennen Sie ganz oben in der Menüleiste unter der Slideshow. Diese Serie „Dialekt als Werbesprache“ setze ich übrigens fort. Schwyzerdütsch, Rätromanisch, Fränggisch, Badensischer, Niederbayerischer, Sächsischer, Berliner und Kölscher Dialekt sind Themen, die Sie hier bald lesen werden.

Lesen Sie hier gleich weiter:

Haben Sie diese Beiträge schon gelesen?

Diesen Artikel bewerten

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne

Diesen Artikel Kommentieren

Ich freue mich auf Ihr Feedback


* Pflichtfeld