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Gerhard J. Ernest

von Gerhard J. Ernest | 31.10.2013

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Wie Sie der Seele durch „Grünkraft“ neuen Glanz verleihen

Wieder entdeckt: 900jährige ganzheitliche Medizin der Hildegard von Bingen

„Das tut der Seele gut“, wie oft hören oder lesen wir diesen Satz? Vor lauter Sorgen, Alltagsstress und mangelnder Selbstachtung vergisst man leider allzu schnell die eigene Seele „zu füttern.“ Zu geringe Achtsamkeit führt zu Krisen, aber auch zur Frage nach dem Sinn des Lebens. Wie aus heiterem Himmel stellt sich plötzlich die Angst ein, vom Leben nicht genug zu abzubekommen. Wer kennt das nicht: Der selbst auferlegte Druck, oder die Erwartungen anderer, innere und äußere Ordnung zu schaffen, bringen einen zum Grübeln. Pflichten und Wünsche in Haus, Wohnung, Arbeit, Familie und Partnerschaft führen in die geistige Sackgasse. So passiert es, dass die Lebensfreude auf Null sinkt. Tritt dieser Fall ein, gewinnen schnell Mutlosigkeit, Depression und körperliche Anspannung die Oberhand. Letztendlich entstehen daraus Gereiztheit und Verzweiflung. Hildegards Tipps sind leicht verständlich, 1000-fach bewährt und schnell umzusetzen.

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Heilkraft der Seele nutzen

Bis heute versuchen internationale Wissenschaftler die Existenz der Seele nachzuweisen. Die Suche nach einer Erklärung, welche Bedeutung die Seele für den Menschen hat, ist schon uralt. Bereits die alten Ägypter glaubten, dass sich im Augenblick des Todes die unsichtbare Seele vom Leib des Menschen trennt. Eine Vorstellung, die in fast allen Religionen und Kulturen der Welt davon zeugt, dass die Existenz der Seele fest verankert ist. Auch die Klosterfrau und Deutschlands „erste schreibende Ärztin“ Hildegard von Bingen spricht in ihren Büchern immer wieder von den Heilkräften der Seele. Wer gesund bleiben oder werden will, braucht einen direkten Zugang zu den natürlichen und göttlichen Kräften. Hildegard fasste diese Kräfte unter dem lateinischen Begriff „Viriditas“, sinngemäß mit Grünkraft übersetzt, zusammen. Die Gelehrte erkannte folgendes: Blühendes Leben ist immer und überall nur dort möglich, wo das Grüne geschätzt und genutzt wird. Beispielsweise auf der üppig grünen Wiese, im grünen Wald, der mit schönen Bäumen oder Wild fasziniert. Oder in einem Garten, der gesundes Gemüse und Obst auf den Küchentisch bringt.

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6 goldene Lebensregeln beachten

Hildegard erhielt ihre Eingebungen direkt von Gott, dem Herren der Schöpfung. Wie kein Mensch vor und nach ihr, kannte Hildegard von Bingen (1098-1179) deshalb die wahren Bausteine des Lebens. So war sie, weltweit als Erste, geistig dazu in der Lage, das Fundament für die heute wieder entdeckte, ganzheitliche Heilkunde zu legen.

Trotz aufwändiger Forschungen, medizinischer und wissenschaftlicher Fortschritte können weder Ärzte, Psychotherapeuten, geistige Berater, Wellness-Hoteliers noch Motivationstrainer diese Regeln heute treffender formulieren:

  1. Lebensmittel sind gleichzeitig auch Heilmittel.
  2. Für Erhalt und Wiederherstellung der Gesundheit ist „Grünes“, also die Natur, das wirksamste Heilmittel.
  3. Gesunder Schlaf und ausreichende Bewegung sind Voraussetzungen zum Wohlfühlen.
  4. Im Sinne der Benediktiner Ordensregel „ora et labora – bete und arbeite“, ist stets auf ein angemessenes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Erholung zu achten. Grünkraft hilft dabei.
  5. Körpergifte sollen durch Bäder, Saunabesuche und Ausleitungsverfahren wie Schröpfen oder Hitzeheilung (Moxibustion) ausgeleitet werden. Das Entgiften der Seele erreicht man auch durch Fasten oder, falls fachärztlich empfohlen, durch professionelle Psychotherapie.
  6. Eigene Schwächen, Laster und Fehlverhalten wie Zorn, Geiz, Besitzgier usw. sollen durch liebevollen Umgang und Großzügigkeit gegenüber Mitmenschen ausgeglichen werden.

Zusammenfassend: Wer von seiner Seele den Staub waschen, gesund und unbeschwert leben will und diese sechs Regeln befolgt, blickt in eine positive Zukunft. Merke: Die Jagd nach Geld, Luxus und Konsumerlebnissen wie teuren Autos, Handys, Kino, häufigen Urlauben macht langfristig nicht glücklich, sondern überfordert und führt eine bedenkliche Leere.

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Seele braucht starke Kost

Wegen ihrer Heilerfolge suchten Kranke aus ganz Europa Hildegards Hilfe. Beim Reinigen der Seele sowie dem Pflegen des Körpers, spielten für die Heilige Nahrungsmittel eine bedeutende Rolle. Übertragen auf heutige Verhältnisse heißt das, man entscheidet selbst, ob psychische und seelische Belastungen den Körper beherrschen. Hildegard rät, von vornherein auf Nahrungsmittel zu verzichten, die sich negativ auf Körper und Seele auswirken. Ihre Erkenntnis war: „Die Seele ist das kreative und der Körper das ausführende Organ. … die Seele kann ohne den Körper leben, nicht aber der Körper ohne Seele.“ Deshalb rät die fromme, katholische Gesundheits-Expertin in diesem Zusammenhang, einige Lebensmittel nur sparsam zu gebrauchen: Und zwar Küchengifte wie Lauch, Pflaume, Pfirsich und Erdbeere. Oder Nachtschattengewächse wie Kartoffel, Tomate, Aubergine, Bilsenkraut, Paprika, um nur einige zu nennen. Psychotherapeutisch betrachtet machen die genannten Lebensmittel traurig. Besonders Schwermütige oder zur Depression neigende Menschen sollten nicht davon nicht übermäßig essen. Stattdessen rät Hildegard zu Dinkel. Denn daraus lässt sich Genussvolles kochen und backen. Beispielsweise Nudeln, Spätzle, Knödeln, Brot und Kekse, die sich hervorragend als Nervennahrung eignen. Abgestimmt auf die Jahreszeit lässt sich Dinkel auch abwechslungsreich mit Käse, Kresse und anderen Küchenkräutern lecker kombinieren. Die berühmte Heilerin vom Rhein ist der Überzeugung, Dinkel sei ein gutes Getreide, weil es den Körper wärmt. Das Beste daran ist: „Dinkel macht frohen Sinn und Freude im Gemüt des Menschen“, so die Nonne.

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Besinnung filtert Negatives

Hildegards sechs Lebensregeln zielen auf ein gesundes Maß in allen Lebensbereichen ab. Richtige Ernährung und Bewegung zählen dazu, aber auch Geistes- oder Körperübungen. Denn in Angst-, Stress- oder Krisensituationen setzt der Körper enorme Kräfte frei. Wer mit diesen Energien nicht umzugehen weiß, muss Nervosität, Migräne, Herz-Kreislaufprobleme und Niedergeschlagenheit in Kauf nehmen. Geht das innere Gleichgewicht dabei verloren, stellt sich schnell das Grundgefühl ein: Ich „werde gelebt“ und kann mein Leben überhaupt nicht mehr selbst steuern.

Hildegards Tipp: Schenken Sie dem Leben mehr Achtsamkeit. In schwierigen Zeiten können Sie dazu Körper- und Geistesübungen wie Yoga und Meditation machen oder ganze einfach stille Minuten der Besinnung fest im Tagesablauf einbauen. Eine Chance, Stress-Situationen frühzeitig zu erkennen oder seelische Überlastung zu mildern und zu vermeiden. Setzen Sie sich in einen gemütlichen Sessel und sagen Sie sich im Geiste: „Ich entspanne mich, mein Denken und meinen Körper. Ich entlasse meine Sorgen. Ich löse mich von negativen Gedanken, Gegenständen und Personen. Ich „lüfte“ meine Seele. Ich lasse es nicht zu, dass mich der Ärger und die Angst auffressen. Statt meine Gedanken panisch durch Angst, Selbstzweifel und Sorge blockieren zu lassen, suche ich in aller Ruhe nach konkreten Lösungen, die dazu beitragen, mich aus der jetzigen Lage zu befreien.“ Ziel solcher Übungen ist es, eigene Körperempfindungen nicht zu bewerten, sondern Gedanken, die während solcher Selbstbetrachtungen entstehen, mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Hildegards Tipp: Hören Sie ganz bewusst auf Ihren Bauch, die innere Stimme. Nur so erfahren Sie Ihre seelischen Bedürfnisse. Bitte nicht vergessen: Das Wecken der inneren Selbstheilungskräfte verlangt Disziplin und die Fähigkeit zur Selbstkritik.

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Fasten entstaubt die Seele

Der Mensch ist von Natur aus gesund und wird auch von den Heilkräften der Natur immer wieder durch die richtige Ernährung und gesunden Lebensstil in diesen Zustand zurückgeführt. Hildegard, die auch in hoffnungslosen Fällen geholfen hat, gilt als Erfinderin christlicher Ganzheitsmedizin. Hildegard, die am 17. September 1189 in ihrem Kloster Rupertsberg im Rheingau starb, wusste, dass seelische Wunden erst durch das Fasten kuriert werden können. So empfiehlt sie das Fasten als Universalmittel für seelische Krankheiten.

Hildegards Tipp: Machen Sie eine Fastenkur. Nutzen Sie dazu Dinkel, frische Heilkräuter und Gemüse wie Sellerie, Fenchelsalat, das Ingwergewächs Galgant und weiteres Köstliches, möglichst frisch von Mutter Erde.

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Stille zeigt neue Wege

Kummer, gebrochenes Herz, Unglück, Angst, Arbeitslosigkeit sowie Stress sind zunehmend Ursache psychischer Probleme. Laut Erhebung der Weltgesundheitsorganisation sind solche seelischen Hilferufe Haupt-Todesursache in Europa. Ausgelöst durch Herz-Kreislauf- und Krebs-Erkrankungen, die damit indirektem Zusammenhang stehen.

Hildegards Tipp: Entdecken Sie die Langsamkeit. Schälen Sie sich aus dem engen Korsett des Alltags. Werfen Sie die Vorstellung über Bord, dass man werbliche Dauerberieselung, berufliche und private Reibereien und alles Beunruhigende nicht abstellen kann oder darf. Ein Ansatz zur Lösung: Entstressen Sie Ihre Seele durch Langsamkeit. Verbringen Sie einige Stunden oder Tage in einem Kloster. Machen Sie sich das straff organisierte Klosterleben zum Vorbild. So werden Sie bestimmt ausgeglichener und weniger angreifbar für Ablenkung und Konzentrationsmangel. Besonders prägend sind Gespräche, Übungen, Entspannungs- und Meditationstechniken, die Sie bei Ordensschwestern und Mönchen erlernen können.

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Natur macht den Kopf frei

Wer innerlich und seelisch nicht ausbrennen will, soll in der Natur arbeiten, und sich dort bewegen. So oft es Ihre Zeit zulässt, sollten Sie dem „Lockruf der Wildnis“ folgen. Also im Park oder Wald spazieren, dabei vielleicht sogar Tiere beobachten, die Sie längst vergessen haben. Oder sind Sie eher für das Gärtnern zu begeistern? Jammern und Wehklagen sind schlechte Berater. Selbstmitleid blockiert die Lebenswege und eine rosarote Brille trübt den Blick, wenn die Seele an Ihnen nagt. Öffnen Sie, nicht nur in schweren Stunden, Ihre Sinne für alles Grüne. Atmen Sie wie in Kindertagen wieder den Duft des Grases. Laufen Sie barfuß. Spüren Sie die Erdwärme unter Ihren Sohlen. Richten Sie gerade in dunklen Stunden alle Sinne auf die Natur. Lenken Sie sich mit Blumen pflücken, Pilze oder Tannenzapfen sammeln, Garten gießen, Unkraut jäten, umtopfen usw. ab. Machen Sie einen Dauerlauf oder joggen Sie, während warme Sonnenstrahlen Ihre Haut verwöhnen. Nehmen Sie an einem Volkslauf teil. Schnüren Sie bei gedrückter Stimmung die Wanderstiefel und laufen Sie zu Orten, die schöne Erinnerungen bei Ihnen wecken. Finden Sie heraus, ob es in Ihrer Heimat einen Platz gibt, der für das Empfinden, Ihre Energie und Lebensfreude eine magische Anziehungskraft hat. Vielleicht eine Quelle, ein schöner Baum, eine sonnige Lichtung, ein Sagen umwobenes historisches Gemäuer?

Verstehen Sie diese Ideen lediglich als Anregungen. Unabhängig, wofür Sie sich entscheiden – machen Sie es sich zur Aufgabe, die Kraft der Schöpfung, die Heilkraft des Grünen zu suchen. Lassen Sie Gefühle der Dankbarkeit aufkommen, für das, was Sie während kleiner Alltags-Abenteuer erleben.

Ganz wichtig: Lernen Sie abzuschalten! Halten Sie sich, auch wenn es wieder einmal ganz dicke kommt, täglich mindestens 30 Minuten dafür frei. Erinnern Sie sich doch gleich an vergangene „Sternstunden“. Denn allein das Denken an glückliche Stunden im Leben macht heiterer, unbeschwingter – und lebenstüchtiger.

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