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Gerhard J. Ernest

von Gerhard J. Ernest | 31.10.2013

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Joggen, der Motor für Kopf und Psyche

Joggen gilt als beliebteste Bewegungsart, wenn man sich aufrafft, dem bequemen Leben als Couch-Kartoffel ein für allemal „Adieu“ zu sagen. Während Golf, Tennis, Drachenfliegen und Surfen für Normalsterbliche aus Zeit-, Kosten- und „Standort“-Gründen oft ausscheiden, sind Joggen und Laufen die anspruchslosesten Fitmacher. Aber gleich mal zu Ihnen: Welche Bedeutung messen Sie der regelmäßigen Bewegung bei? 32 Prozent aller Deutschen joggen gelegentlich oder oft. Ungeachtet dessen, wie es gerade um Ihre aktuelle Kondition steht: Beim Unterwegssein sollten außer dem Faktor Gesundheit auch (Urlaubs-) Freude, innere Zufriedenheit und Entdeckerdrang eine Rolle spielen.

Sightjogging bewegt Geist und Kilos

Gefragt, weshalb er jogge, antwortete der englische Leinwandheld Jude Law in einem Interview spontan: „Ich habe das Gefühl, dass ich etwas für meinen Körper tun muss.“ Schön und gut, werden Sie jetzt denken, in Hollywood wird in Sachen Körperkult sowieso maßlos übertrieben. Und trotzdem sollten Sie sich gleich einige Minuten Zeit nehmen. Machen Sie sich zwei Dinge bewusst:

  • Joggen lässt sich nicht auf Schwitzen, nasse T-Shirts und den 99. Versuch, sprichwörtlich dem Körpergewicht davonzulaufen reduzieren.
  • Hartnäckige Bewegungsmuffel sind bestimmt davon überrascht, welche vielfältigen Möglichkeiten die relativ neue Sportart „Sight-jogging“ bietet. Die neue Art des Laufens bringt viele Vorteile.
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Fremde Städte erkunden

Ob Sie einige Tage Architektur, Museen, Ausstellungen und Kaffeehäuser erkunden – oder Sie eine Wochenendfortbildung absolvieren: Genug Zeit und Muse zum Laufen bleibt immer. Warum nicht die Neugier auf Neues mit dem Nützlichen verbinden? Konkret kann das so aussehen, dass Sie sich statt der obligatorischen Stadtrundfahrt im Doppeldeckerbus für eine Runde „Sightjogging“ oder „Sightrunning“ anmelden. Informationen dazu erteilen Verkehrsämter, Hotels oder darauf spezialisierte Anbieter, die Sie unter einschlägigen Suchworten im Internet recherchieren können. Die Angebote lassen keinen Wunsch offen. So lässt sich zumindest in Metropolen wählen zwischen geführtem Tages- und Nachtlauf. Weitere Kriterien sind meist Routen, die an historischen Plätzen oder Postkartenidyllen vorbeiführen. Aber auch Überraschungen in Hinterhöfen, Künstlervierteln, lokalen Bausünden machen Sightjogging besonders abwechslungsreich. Seit im Jahr 2007 eine Hobbyläuferin dieses Laufkonzept in Berlin anbot, ging das Thema durch die Medien. Nachahmer fanden sich zwangsläufig. Heute bieten sportliche Einzelpersonen und Agenturen Sightjogging in bekannten Städten, im In- und Ausland, aber auch in Übersee, an. Rechtzeitiges Buchen empfiehlt sich. Jens Schärff, Sozialpädagoge und Fitnesstrainer, der Sightjogging in Hannover anbietet, gibt Interessenten den Tipp: „Beim Laufen erlebt man eine Stadt am intensivsten. Man riecht sie, man fühlt sie regelrecht.“

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Altbekanntes neu aufrollen

Wer neues Terrain, außerhalb des Arbeits- oder Wohnortes aus einem anderem Blickwinkel erkunden will, sollte sich entsprechende Angebote nicht entgehen lassen. Aber auch Zuhausebleiber sollten sich mit der Idee des Sightjoggens anfreunden. Beschleicht Sie gelegentlich das Gefühl, am Wohnort alles, aber wirklich alles, wie die eigene Westen- oder Handtasche zu kennen? Höchste Zeit zum Laufschuhschnüren. Sie werden überrascht sein, welche vielfältigen Facetten vermeintlich längst bekannten Stadtvierteln, Toren, Parks und Türmen abzugewinnen sind. Vorausgesetzt, Sie verändern das Betrachtungstempo. Blicke aus Nahverkehrsmitteln, Autos und Taxen erlauben jeweils nur flüchtige Blicke. Beim Sightjoggen hingegen bestimmen alleine Sie das Betrachtungstempo.

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Unterwegs die Zeit sinnvoll gestalten

Was tun, wenn man beruflich verreist, nur wenig Zeit erübrigen kann – und die Reisekasse nicht gerade üppig ist? Richtig, Sightjoggen. Ob Kopenhagen, Freiburg, Venedig oder Dresden, fragen Sie vor Ort nach Anbietern. Arnd Krüger, der Sightjogging in Barcelona anbietet, liefert dafür einen triftigen Grund: „Es ist ein Angebot für Menschen mit viel Kondition und wenig Zeit. Für Geschäftsreisende zum Beispiel, die von Barcelona mehr sehen wollen als den Konferenztisch.“

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Mit „Grün“ die Psyche polieren

Wissenschaftler der britischen Universität Essex analysierten, wie sich Aufenthalte im Grünen auswirken. So stellte das Team um Jules Pretty fest, dass Aktivitäten im Freien wie Wandern, Laufen und Joggen die Stimmung von Probanden (Versuchspersonen) deutlich steigern. Als weiteren Vorteil nannte man ein besseres Selbstwertgefühl. Bereits fünf Minuten im Grünen, etwa in einem Park, können die geistige Gesundheit fördern. Noch positiver war die Wirkung, wenn auch Wasser in der Nähe war, zum Beispiel ein Fluss, Bach oder See. Pretty räumte in der in „Environmental Science and Technology“ veröffentlichten Studie folgendes ein: Menschen, die eher wenig gestresst, wenig aktiv oder psychisch krank sind, profitieren von Kurzaufenthalten im Grünen besonders. Die Forscherin empfiehlt Arbeitgebern (gestresste) Mitarbeiter während der Mittagspause für einen kurzen Spaziergang im Grünen zu ermutigen. Stichwort „Sightjogging“: Halten Sie Ihre Laufschuhe immer in Bereitschaft. Sie befinden sich in bester Gesellschaft. Auch viele Prominente wie Margarete Schreinemakers, Iris Berben oder Til Schweiger „galoppieren“ regelmäßig. Zusammenfassend: Laufen macht glücklich, hält gesund und füllt die Seele.

Joggen? Die Gründe dafür sind überzeugend:

Sie sind keine Sportskanone und wollen trotzdem die physische Leistung steigern. Vielleicht beabsichtigen Sie auch Ihr Herz-Kreislauf-System in Schwung zu halten. Oder liegt Ihnen daran, die Knochendichte positiv zu beeinflussen. Sie befürchten es wahrscheinlich längst: Es gibt wirklich keine triftigen Gründe, sich vor dem Jogging (engl. jog „trotten“) zu drücken. Seit der neuseeländische Trainer Arthur Lydiard 1961 den ersten Jogging-Club gründete, ist die Jogging-Bewegung weltweit nicht mehr aufzuhalten. Ob zur Entspannung, zum Kopf auslüften, der Gesundheit wegen oder neuerdings auch zum Stillen des Entdeckerdrangs: es gilt, was der Maler Paul Klee treffend schilderte: „Bewegung ist die Seele aller Dinge“. Hier weitere Überlegungen, schon demnächst die Laufschuhe „zu ölen“:

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  • Flexibilität nutzen: Joggen bedarf keiner Clubmitgliedschaft und keiner vorherigen Anmeldung. Es sei denn, Sie buchen im Urlaub, auf Geschäfts-, Seminar- oder Weiterbildungsreisen eine geführte Sightjogging-Tour. Ob Sie zuhause durch Parks und Grünflächen laufen, oder in Wien an besonderen Sehenswürdigkeiten vorbei joggen wollen: Sie brauchen keine sündteure Ausrüstung, sondern nur ein T-Shirt, den Kapuzenpulli und eine bequeme Hose. Schuhe – nicht vergessen!
    Gewinn: Keine Vor- und Nachbereitungszeit. Keine, oder im Falle von Sightjogging, minimale Kosten.
  • Gelenkigkeit erhalten: Oft nehmen Knie und Gelenke dabei spürbaren Schaden. Kein Grund, sich einzureden, Joggen schadet meinen Gelenken und macht langfristig sogar die Knie kaputt. Die Wissenschaftler der kalifornischen Stanford Universität untersuchten über einen Zeitraum von 20 Jahren Langläufer. Das Ergebnis verblüffte auch die Fachwelt: „Wir waren sehr überrascht“, sagte Eliza Chakravarty, die an der Studie mitarbeitete. „Unsere Eingangs-Hypothese war, dass Läufer wegen der ständigen Abreibung häufiger und schlimmere Arthritis entwickeln würden“. Stattdessen vermute man, dass Laufen sogar vor Arthritis schütze.
    Gewinn: Kontinuierliche Übung schützt die Knie viel mehr, als dass sie ihnen schadet. Ist das Knie eines Läufers bereits beschädigt, sollte vor Joggen & Co. unbedingt ein Arzt um Rat gefragt werden.
  • Körpergewicht stabilisieren: Joggen ist figurfreundlich. Ob das „Abnehmen“ oder eine Stabilisierung Ihr Ziel ist – Laufen verbrennt überflüssige Energie, kurbelt den Stoffwechsel an und machte müde Muskeln wieder munter.
    Gewinn: Vorausgesetzt, Sie fassen den Entschluss „ich jogge regelmäßig“, verkneifen sich Chips, Süßgetränke, Schokolade und Fertiggerichte – und Joggen regelmäßig, so steigert sich automatisch Ihr Energieverbrauch. Die Folge? Mehr Vitalität, neue Motivation und eine straffe Figur.
  • Krankheiten vorbeugen: Sport, gut dosiert, fördert die Gesundheit. Das ist unbestritten. Als gesichert gilt die Erkenntnis, dass Rückenschmerzen, Immunschwäche, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose, durch sportliche Aktivitäten wie Jogging positiv beeinflusst werden können. Noch besser: Nach Einschätzung des World Cancer Research Fund (WCRF) beugt regelmäßige körperliche Bewegung bösartigen Tumoren vor.
    Gewinn: Internationale Studien zeigen, dass Sport auch das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung mindern kann.
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  • Leben entschleunigen: Wer ganztags kreativ im Verkauf, Marketing oder Vertrieb arbeitet, steht meist ständig unter Strom. Joggen hilft dabei, Aggressionen abzubauen, dem Burnout vorzubeugen und den Stresspegel abzubauen. Bereits nach einem kurzen Lauf sieht die Welt meist ganz anders aus.
    Gewinn: Davon profitieren Sie, das private Umfeld und Ihre Arbeitskollegen.
  • Produktivität nachtanken: Die Zunahme von langfristigen Krankmeldungen und Burnout-Syndromen nimmt erschreckende Züge an. Interessant, was Dr. John Ratley in diesem Zusammenhang äußerte: „Je fitter ein Mensch, desto besser funktioniert sein Gehirn“, so der Psychiater. Fazit: Während eines lockeren Laufes können Sie die Seele baumeln lassen. Ideal auch, eventuelle Sorgen und Ängste beim Joggen Revue passieren zu lassen. Ob als Bewegungspause zwischen der Arbeit – oder als fester Bestandteil im Privatleben.
    Gewinn: Ihr Gehirn nimmt mehr Sauerstoff auf. Frische Luft und das Tageslicht sorgen für Wohlgefühl.
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  • Spiritualität anregen: Für Frater Michael Bauer, der im Kärtner Benediktinerkloster St. Paul lebt, entwickelte sich das Laufen als Form der Meditation. Was zählt, sei nicht alleine der Sportsgeist, sondern die Chance, durch Laufen Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Religion und Spiritualität werden fälschlicherweise gerne in einen Topf geworfen. Unabhängig davon, zu welchem der beiden Themen man sich verstärkt hingezogen fühlt, stellt sich gerade im mittleren Alter die entscheidende „Sinnfrage“. Gerade in Krisenzeiten versuchen viele sich mit Yoga, Meditation und Esoterik abzulenken, um dem (Arbeits-)Leben neue Inhalte – oder gar einen Sinn zu geben. Jüngste wirtschaftliche Gegebenheiten hielten uns allen den Spiegel vor das Gesicht. Die Erkenntnis? Menschen suchen wieder Zusammenhalt, Werte wie „Heimat“, „Familie“ und „Lebensbalance“ sorgen plötzlich wieder für Nachfrage – und Zustimmung. Ex-Bischöfin Dr. Margot Käßmann brachte es bereits 2008 auf den Punkt: „Die Finanzkrise zerstört den Glauben an das Geld.“ Die Folge? Die Suche nach persönlichem Wohlbefinden, Selbstfindung und Entspannung erlebt gerade „die“ Wiedergeburt. Fazit: Laufen hilft, Spirituelles wie Natur, innere Werte oder persönliche Lebensziele wieder zu entdecken. Gewinn: Jogging – als Werkzeug, Prioritäten zu erkennen.

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